Klimaforschung

08.12.2008: Freiwillige spenden PC-Rechenstärke für Solarforschung

Virtueller Supercomputer verkürzt Rechenzeit um 20 Jahre

Mit vereinter PC-Stärke werden Molekülkonfigurationen untersucht

London (pte/09.12.2008/06:05) - IBM und Harvard haben gemeinsam ein Distributed Computing Projekt gestartet, das die Solarenergieforschung revolutionieren soll. Mit Hilfe des World Community Grids (WCG) suchen Wissenschaftler der Universität Harvard nach effizienteren Solarzellen. Das WCG bündelt global verteilte Rechenressourcen von privaten PCs, deren Besitzer sich dem Non-Profit-Projekt von IBM angeschlossen haben. Das Resultat ist ein virtueller Supercomputer, der mit einer Leistung von 179 Teraflops ungefähr dem elftstärksten Supercomputer der Welt entspricht. Der Harvard-Professor Alan Aspuru-Guzik rechnet damit, dass das Projekt in zwei Jahren beendet werden kann. Ohne Hilfe des Distributed Computing Projekts würden die Berechnungen rund 22 Jahre dauern, so Aspuru-Guzik gegenüber der Financial Times.

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08.12.2008: Alte Schiffstagebücher sollen Klimaforschern helfen

[Spiegel Online] Es war die Grundlage der Wetterkunde: Früher gab man Seeleuten meteorologische Journale mit, in die sie das Wetter auf den Meeren eintrugen. So sammelten sie auf ihren Fahrten eine Fülle von Daten. Für Klimaforscher sind die alten Tagebücher ein noch ungehobener Schatz.

In dem alten Bunker an den Hamburger Landungsbrücken riecht es feucht und modrig. Hinter meterdicken Mauern lagert der Deutsche Wetterdienst (DWD) hier lange Reihen historischer, bis zu 180 Jahre alter Schiffstagebücher. Das fleckige Papier in den staubigen schwarzen Pappdeckeln - groß wie Atlanten - zerfällt allmählich. Doch für Klimaforscher sind die 38.000 Wettertagebücher "ein wahrer Schatz", wie DWD- Sprecher Günter Delfs erzählt. In dem Projekt "Histor" werten die Meteorologen die Wetterbeobachtungen der Seeleute vergangener Zeiten aus - damit die Daten weltweit in die Klimaberechnungen für die Zukunft einfließen können und die Prognosen genauer werden.

[Mehr bei Spiegel Online....]

   

Intergovernmental Panel on Climate Change

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC; Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen), im Deutschen oft als Weltklimarat bezeichnet, wurde im November 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ins Leben gerufen. Ihr erster Vorsitzender war der schwedische Meteorologe Bert Bolin. Hauptaufgabe des der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordneten Ausschusses ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen und Vermeidungsstrategien zusammenzutragen. Der Sitz des IPCC-Sekretariats befindet sich in Genf.

Die Organisation wurde 2007, gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Überblick

Das IPCC betreibt selbst keine Wissenschaft, sondern trägt die Ergebnisse der Forschungen in den verschiedenen Disziplinen zusammen, darunter besonders der Klimatologie. Es bildet eine kohärente Darstellung dieses Materials in so genannten Wissensstandberichten ab, englisch "IPCC Assessment Reports". Die Berichte des IPCC werden in Arbeitsgruppen erstellt und vom Plenum akzeptiert. Jeder beteiligte Forscher kann in drei auf einander folgenden Versionen Kommentare, Kritik und Vorschläge einbringen. Mehr als hundert Forscher haben dies getan; unabhängige Review Editors achten darauf, ob die Endfassung alles angemessen berücksichtigt. Im Dritten Sachstandsberichts des IPCC aus dem Jahr 2001 machte das IPCC viel zitierte Aussagen über zukünftige Klimaveränderungen. Diese Aussagen sind momentan die dominierende Basis der politischen und wissenschaftlichen Diskussionen über die globale Erwärmung.

Die Veröffentlichung des Vierten Sachstandsberichts des IPCC begann am 2. Februar 2007, mit der Herausgabe einer "Kurzfassung für Entscheidungsträger" (Summary for Policymakers, SPM) der Arbeitsgruppe 1 - die SPMs der Arbeitsgruppen 2 und 3 folgten im April bzw. Mai. Weitere Veröffentlichungen folgten im Laufe des Jahres 2007.

 

Aufgaben

Die Aufgaben des IPCC umfassen:

  • Darstellung des aktuellen Wissensstandes zu den unterschiedlichen Aspekten der Klimaproblematik
  • bschätzung der Folgen von Klimaänderungen für Umwelt und Gesellschaft
  • Formulierung realistischer Vermeidungs- oder Anpassungsstrategien, sowie die
  • Förderung der Teilnahme von Entwicklungs- und Schwellenländern an den IPCC-Aktivitäten

Organisation

Das IPCC organisiert sich in drei Arbeitsgruppen und eine Taskforce:

  • Arbeitsgruppe I befasst sich mit den wissenschaftlichen Aspekten des Klimasystems und der Klimaänderung.
  • Arbeitsgruppe II befasst sich mit der Verwundbarkeit von sozioökonomischen und ökologischen Systemen durch Klimaänderungen.
  • Arbeitsgruppe III befasst sich mit Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels.
  • Eine Taskforce befasst sich mit der Entwicklung von Methodologien und der Standardisierung von Verfahren beispielsweise bei der Erhebung von Emissionsdaten von Treibhausgasen in den einzelnen Ländern.

Budget

Im Jahr 2005 gab das IPCC für seine Arbeit 4,9 Millionen Schweizer Franken oder umgerechnet ca. 3,1 Millionen Euro aus. Von 1988 bis inklusive 2005 betrug das kumulierte Budget 81,3 Millionen Franken oder 51,7 Millionen Euro [1], im Durchschnitt also 4,5 Mio. Schweizer Franken. Die Ausgaben sind also in etwa kontant.

Kritik

Durch sein Verfahren der groß angelegten Peer-Review trägt das IPCC den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft über Ursachen der globalen Erwärmung und ihre Auswirkungen zusammen. Nicht in der wissenschaftlichen Literatur, aber demgegenüber in der politischen und öffentlichen Diskussion, insbesondere in den USA, befinden sich zahlreiche Darstellungen so genannter Klimakritiker, die Zweifel am Bild des im IPCC dargestellten Konsenses oder an der Theorie der anthropogenen Klimaveränderungen generell äußern. Diese sind allerdings dem Verdacht der bezahlten Lobbyarbeit ausgesetzt.[2]

Ebenfalls problematisch ist der Umstand, dass die Endredaktion der im politischen Prozess besonders stark beachteten Themenzusammenfassungen stark von der großen Zahl der von den Regierungen entsandten Politiker und Juristen dominiert wird. Deren Aufgabe besteht darin, in langwierigen Verhandlungen die wissenschaftlichen Erkenntnisse so darzustellen, dass die entsendenden Regierungen diese Erkenntnisse möglichst problemlos in ihre jeweilige politische Agenda integrieren können, was nicht immer zu einer sachgerechten oder hinreichend präzisen Darstellung führt. Kritiker sehen deshalb in der Zusammensetzung dieses Gremiums die Gefahr, dass die Berater mit den zu Beratenden verschmelzen.[3]

Schließlich wurde bei der Veröffentlichung des Vierten Sachstandsberichtes im Jahr 2007 die Zusammenfassung für Entscheidungsträger noch vor dem eigentlichen Bericht veröffentlicht, um den Inhalt des Berichtes an die Zusammenfassung anzupassen (Principles Governing IPCC Work, Appendix A S.4/15). Der im Februar 2007 veröffentlichte Bericht ist eigentlich eine Zusammenfassung von (politischen) Entscheidungsträgern, wie das Protokoll der Abschlussbesprechung zeigt.[4]


Weblinks

Forschungseinrichtungen

Medien

Quellen

  1. IPCC PROGRAMME AND BUDGET FOR 2006 TO 2009
  2. Wie ein Ölgigant und das American Enterprise Institute Stimmung gegen den UN-Klimabericht machen (Telepolis, 2. Februar 2007)
  3. Der Klimabasar (Die Zeit, 1. 2. 2007)
  4. Earth Negotiations Bulletin: 10TH SESSION OF WORKING GROUP I OF THE INTERGOVERNMENTAL PANEL ON CLIMATE CHANGE, Vol. 12 No. 319, Sunday, 4 February 2007

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Intergovernmental_Panel_on_Climate_Change aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 

   

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