Aktuelles zum Klimawandel: KlimaNews

Brasilien erlebt extreme Waldbrand-Saison

1283506494i9832Gefahr für positive Entwicklung im Regenwaldschutz

Waldbrand: Auch Brasilien macht ein besonders trockenes Jahr zu schaffen (Foto: WWF)

Brasilia/Frankfurt (pte/03.09.2010/12:10) - Brasilien erlebt derzeit eine Saison mit besonders vielen Waldbränden. Deren Zahl hat sich von Jänner bis August im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, berichtet die brasilianische Luft- und Raumfahrtbehörde INPE http://www.inpe.br. Dahinter stehen vor allem Brandrodungen von Waldflächen für die Landwirtschaft. "Das Jahr war sehr trocken, was die Grundbesitzer nutzen, um Wälder zu roden oder bereits gerodete Flächen zu säubern. Viele Brände geraten dabei außer Kontrolle", erklärt Robert Maldonaldo, Amazonasexperte beim WWF Deutschland http://www.wwf.de, gegenüber pressetext.

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Klimawandel: Durchschnittstemperaturen steigen, mehr heiße Tage

Allgemeiner Erwärmungstrend zwingt zur frühzeitigen Anpassung an extreme Wetterereignisse

Deutscher Wetterdienst und Umweltbundesamt sehen die Prognosen der Klimaforschung durch die Entwicklung der Wetterdaten bestätigt. Extremwetterereignisse wie Starkniederschläge oder Hitzeperioden haben in den letzten Jahrzehnten messbar zugenommen. Aller Voraussicht nach wird ihre Anzahl und Intensität weiter ansteigen. „Die aktuellen Überschwemmungen in Pakistan, die lang anhaltenden Hitzewellen in Russland und Japan und das Hochwasser in Sachsen entsprechen den Erwartungen der Klimaforschung über die Zunahme von Extremwetterereignissen. Sie alle verdeutlichen, wie wichtig es ist, uns auf die Folgen vorzubereiten“, sagt Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes. Zwar lässt sich keines der extremen Wettereignisse allein dem globalen Klimawandel zuordnen.  Gleichwohl bestätigt sich der Trend einer Zunahme solcher Wetterextreme.

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Klimawandel: Spanien trifft es EU-weit am schlimmsten

1283252907i12946Tage heißer, Nächte bringen keine Abkühlung mehr

Strand: Spaniens Hitze lässt Urlauber und Einheimische stöhnen (Foto: pixelio.de/manwalk)

Salamanca/Zürich (pte/01.09.2010/06:10) - Spanien spürt den Klimawandel schon heute stärker als das restliche Europa. Das berichten Klimatologen der Universität Salamanca http://www.usal.es im "Journal Climatic Change". Die Forscher beziehen sich nicht auf den extremen spanischen Hitzesommer dieses Jahres, sondern auf Daten seit 1950. "Im südwestlichen Mittelmeerraum gab es seither die größten Temperaturveränderungen Europas, was jeweils die Tages- und Nachttemperatur betrifft", erklärt Studienleiterin Concepcion Rodriguez Puebla im pressetext-Interview.

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Baby-Boomer lässt der Klimawandel kalt

1282927406i21410Experte: "Klimaschutz bisher nur auf Junge ausgerichtet"

Golfspieler: Die Rentner von morgen werden beim Klimaschutz übersehen (Foto: pixelio.de/Sturm)

York (pte/30.08.2010/06:10) - Klimawandel ist ein Problem, das besonders alten Menschen zu schaffen macht. Gleichzeitig gehört die Baby Boomer-Generation, die bald in die ältere Gesellschaftsgruppe vorrückt, zu den größten Mitverursachern des Klimawandels. Zu diesem Schluss kommt eine schwedisch-britische Forschergruppe in einem Bericht. "Die Überalterung der Gesellschaft wird den Klimawandel zusätzlich verschärfen", so der Berichtsautor Gary Haq von der Universität York http://www.york.ac.uk im pressetext-Interview.

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Egal, was wir tun: Der Meeresspiegel steigt

1282730482i994030 bis 70 Zentimeter-Anstieg bis 2100 ist schon vorprogrammiert

Atoll in der Südsee: Meeresspiegelanstieg mit verheerenden folgen (Foto: W. Weitlaner)

Kopenhagen/Washington DC (pte/25.08.2010/13:50) - Drei internationale Klimaforscher kommen zum Schluss, dass der Meeresspiegel weltweit bis 2100 um 30 bis 70 Zentimeter ansteigen wird. Selbst die aggressivsten Methoden wie große Geo-Engineering-Projekte, die einem solchen Anstieg entgegenwirken sollen, werden darauf keinen Einfluss haben, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins PNAS.

"Steigende Meeresspiegel durch die globale Erwärmung werden mindestens 150 Mio. Menschen, die in Küstenregionen leben, das Leben schwer machen, schreibt Studienleiterin Svetlana Jevrejeva vom National Oceanographic Centre. "Selbst, wenn wir sofort alle Treibhausgasemissionen herunterfahren, wird es zu einem Anstieg kommen", ergänzt Studien-Co-Autor Aslak Grinstein vom Centre for Ice and Climate http://www.glaciology.net am Niels Bohr Institute der Universität von Kopenhagen gegenüber pressetext. "Dabei spielt die Klima-Trägheit eine entscheidende Rolle."

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Welterschöpfungstag: Menschen leben auf Pump

1282574161i2532Natürliche Ressourcen werden jedes Jahr schneller verbraucht

Feld: Die Weltbevölkerung verbraucht die natürlichen Ressourcen zu schnell (Foto: pixelio.de/jens)

Berlin/Frankfurt am Main (pte/23.08.2010/17:00) - Seit dem Wochenende lebt die Menschheit, was den Verbrauch an ökologischen Ressourcen angeht, wieder auf Pump. Dies ergeben Berechnungen des Ökologischen Fußabdrucks vom Global Footprint Networks, an dem auch der WWF http://wwf.de beteiligt ist. Der diesjährige "Welterschöpfungstag" war der 21. August. Damit rückt er im Kalender weiterhin stetig nach vorn. 2009 fiel er noch auf den 25. September.

"Den Rest des Jahres leben wir auf Kredit und verbrauchen die Reserven der Erde", so Christoph Heinrich, Geschäftsleiter Naturschutz des WWF Deutschland. Die vorhandenen Ressourcen der Erde verbrauche die wachsende Weltbevölkerung immer schneller. "Bis Ende 2010 werden wir voraussichtlich 150 Prozent unserer Ressourcen aufgebraucht haben", so Heinrich weiter. "Die Erde würde eineinhalb Jahre brauchen, um sich von diesem Raubbau zu erholen."

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Macht und Geld statt Rettung des Klimas

1282564093i24430Indios kämpfen gegen Zerstörung - Die Welt schaut weg

Amazonas: Öl- und Holzkonzerne beuten Regenwälder ungehemmt aus (Foto: pixelio.de/Dieter Schütz)

München (pte/23.08.2010/15:30) - Es ist bereits fünf nach zwölf für den Klimaschutz, für die Rettung des Amazonas und anderer Gebiete. Das Überleben der Menschheit hängt vom Erhalt der tropischen Ökosysteme wie dem Amazonasbecken ab. So lagert zum Beispiel ein Drittel aller Süßwasservorkommen im tropischen Waldökosystem des Amazonas. Dennoch wird der Klimawandel jedes Jahr durch Abholzung von über zwei Mio. Hektar Amazonaswald beschleunigt.

Eine weitere Bedrohung stellen die Ölbohrlizenzen dar, die Staaten wie Ecuador, Peru und Brasilien an die großen Ölkonzerne vergeben haben. Ergebnis sind katastrophale Zerstörungen und Verseuchungen der Gebiete, die dem aktuellen Unglück im Golf von Mexiko in nichts nachstehen. Ölpipelines - zum Teil durch Banken wie der deutschen West LB finanziert - lecken immer wieder durch Erdbeben. Um Entsorgungskosten zu sparen, bleiben hochgiftige Stoffe auf dem Land und in den Gewässern zurück.

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Indonesien: Massives Korallensterben nach Bleiche

1282055140i13820Experte warnt erneut vor globalem Riffsterben

Bunte Korallenriffe: Bald nur noch in Aquarien zu bewundern (Foto: tokamuwi/pixelio.de)

Djarkata/München (pte/18.08.2010/06:00) - Die Wildlife Conservation Society (WCS) http://www.wcs.org hat neueste Daten über die dramatische Erwärmung der Oberflächentemperatur in den Gewässern um Indonesien veröffentlicht. Diese hat zu einer massiven Korallenbleiche und anschließend zum Absterben vieler Riffe geführt, berichtet das Online-Wissenschaftsportal Science Daily. In der Provinz Aceh - im nördlichen Teil Sumatras - sind 60 Prozent aller Korallen von der Bleiche betroffen.

"Was wir im Moment im Indopazifik sehen, ist aller Voraussicht nach die bisher großflächigste und ausgeprägteste Korallenbleiche, die wir kennen", meint der Experte Christian Wild, Leiter der Coral Reef Ecology Arbeitsgruppe am GeoBio-Center München http://www.palmuc.de/core, im Gespräch mit pressetext. "Es ist sogar denkbar, dass auch die Karibik und andere atlantische Korallenriffe bald zusätzlich betroffen sind, also sozusagen eine globale Korallenbleiche stattfindet."

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Damavand im Schatten des Klimawandels

hires52611Umweltschützer im Iran kämpfen an zwei Fronten

Schwefelhügel am Damavand im Iran

Teheran (pte/14.08.2010/06:05) - Mit einem ungewöhnlichen Kälteeinbruch, Neuschnee und frostigen Temperaturen begann der Monat August auf dem höchsten Gipfel Persiens, dem Damavand. Sturm, Eis und Kälte sind auf dem Fünftausender 70 Kilometer nordöstlich von Teheran zwar keine Seltenheit, mit Durchschnittstemperaturen von über 0 Grad im jährlichen Mittel verliert der mächtigste Schichtvulkan Asiens aber allmählich seine ohnehin schmächtigen Gletscherfelder. Nur noch 20 Meter Dicke messen die fünf verbliebenen Eiszungen an der Nord- und Ostflanke des Berges, berichtet der iranische Geologe M.S. Mussawi von der Technischen Universität Teheran gegenüber pressetext.

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Russland brennt: Klimawandel mit schuld

1281452463i24243Stationäre Luftmassengrenzen sorgen für Extrem-Wetter auf beiden Seiten

Basilius-Kathedrale in Moskau: Ein Bild aus besseren Tagen ohne Smog (Foto: C.Zettel)

Wien/Exeter (pte/11.08.2010/06:00) - Das Meteorologische Amt in Exeter (UK Met Office) http://www.metoffice.gov.uk gibt der globalen Erwärmung zumindest eine Teilschuld an der verheerenden Extremhitze in Moskau. Tatsächlich lagen die durchschnittlichen Temperaturen im Juli mit 26,1 Grad um sieben Grad über dem langjährigen Durchschnitt. "Am 29. Juli erreichten die Temperaturen in der russischen Hauptstadt mit 38,2 Grad den absoluten Rekord seit Aufzeichnungen der Wetterwerte", so Bernhard Pospichal vom Institut für Meteorologie an der Wiener Universität für Bodenkultur http://www.boku.ac.at im pressetext-Interview.

Die Brände im Umkreis von mehreren 100 Kilometern sind eine Folge der hohen Temperaturen und der langanhaltenden Trockenzeit. "Torf ist ein guter Brennstoff und die trockengelegten Moore werden aller Wahrscheinlichkeit noch weiter brennen, da diese Hitze tief im Boden ist. Ob die hohen Temperaturen bereits auf allfälligen Klimawandel hinweisen, will der Forscher so nicht bestätigen. "Der diesjährige Winter war extrem kalt. Im Januar lag die Durchschnittstemperatur in Moskau sieben Grad unter dem langjährigen Mittel."

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Autos sind stärkere Klimakiller als Flieger

1281019054i904Schiffe reduzieren Erwärmungseffekt des Güterverkehrs

Flugzeuge: Starke Erwärmung - aber nicht sehr lange (Foto: W. Weitlaner)

Laxenburg (pte/05.08.2010/17:10) - Langfristig schaden Autos dem Weltklima mehr als Flugzeuge. Hingegen reduzieren Schiffe den negativen Effekt des gesamten Güterverkehrs. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) http://www.iiasa.ac.at in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Environmental Science and Technology. Der Pkw-Verkehr wirkt sich so stark aus, weil weltweit so viel gefahren wird und die Autos relativ ineffizient genutzt werden, erklärt Studienleiter Jens Borken-Kleefeld im pressetext-Gespräch.

"Wir haben in unserer Studie, die gemeinsam mit norwegischen Forschern erstellt wurde, die Gesamtwirkungen des Verkehrs auf das Klima erfasst", so Borken-Kleefeld. Dazu gehören nicht nur langfristige, sondern auch kurzfristige Perspektiven. Daher wurden nicht nur Auswirkungen von CO2, sondern auch von Luftschadstoffen, Partikeln und Wolken miteinbezogen. "Dies hat für die Klimaerwärmung durch den Flugverkehr den größten Effekt: Die Flugzeuge fliegen in 10.000 Metern in einer sehr kalten Umgebung und tragen stark zur Wolkenbildung bei." Umgekehrt nimmt dieser negative Effekt nach zehn Jahren ab.

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