Nigeria: China will Kontrolle über Ölfelder erlangen
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23 Fördergebiete für bis zu 50 Mrd. Dollar Investitionen im Gespräch
Nigerias Öl für Chinesen sehr interessant (Foto: pixelio.de, Dieter Schütz)
London/Peking/Stuttgart (pte/29.09.2009/11:25) - Der verstaatlichte chinesische Ölgigant China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) http://newtest.cnooc.com.cn strebt den Kauf von 23 Ölfeldern in Nigeria an und bietet dafür zwischen 30 und 50 Mrd. Dollar. Werden die aktuellen Pläne der Chinesen erfolgreich in die Tat umgesetzt, könnte dies einen erbitterten Wettstreit mit westlichen Ölförderkonzernen wie Total, Royal Dutch Shell, Chevron oder ExxonMobil nach sich ziehen, meinen Insider. Diese ausländischen Marktplayer kontrollieren die sich derzeit im Gespräch befindlichen Ölfelder - 16 Lizenzen sind zur Verlängerung von der nigerianischen Regierung ausgeschrieben. Ersten Informationen nach wollen die Chinesen sechs Mrd. Barrel des nigerianischen Öls erwerben.
"Dass China das strategische Engagement in Nigeria ausweitert und vor allem bei Rohstoffen einzusteigen versucht, überrascht mich nicht. Ob sich das Investment auszahlt, wird man erst noch sehen. Schließlich herrschen in Nigeria nicht gerade stabile politische Verhältnisse vor", erläutert Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg http://www.lbbw.de im Gespräch mit pressetext. Wie die Financial Times heute, Dienstag, unter Berufung auf ein Schreiben des nigerianischen Staatspräsidenten Umaru Yar'Adua an einen Repräsentanten der CNOOC berichtet, soll man sich bereits in konkreten Verhandlungen befinden. Neben Chinas drittgrößtem Ölriesen befänden sich derzeit auch noch andere Energiekonzerne im Rennen.
Obwohl es nach Angaben eines nigerianischen Präsidentensprechers gegenwärtig noch keine finale Entscheidung über einen Zuschlag für die zur Disposition stehenden Ölfelder gibt, sind Chinas Bestrebungen ein Frontalangriff gegen westliche Ölkonzerne. "Auch wenn China den Zuschlag in Nigeria erhalten sollte, darf man den daraus resultierenden Einflussgewinn nicht überinterpretieren. Das westafrikanische Land ist im Ranking der Ölfördernationen zwar nicht ganz unwichtig. Korruption, Gewalt, Sabotagen sowie Auseinandersetzungen zwischen Clans haben in der Vergangenheit aber dazu geführt, dass weniger Öl gefördert wurde, als möglich gewesen wäre", unterstreicht Rohstoffexperte Schallenberger auf Nachfrage von pressetext.
Trotz politischer Querelen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080430002/) ist der Wettbewerb um nigerianische Ölfelder für China ein groß angelegtes Strategieprojekt, um sich Energiequellen rund um den Globus zu sichern. Bislang versuchte die Volksrepublik, die mit Ende März über gigantische Devisenreserven von rund 1,95 Bio. Dollar verfügt, sich neue Ressourcen zu erschließen, um kurzfristig mit Ölförderungen zu beginnen. Der aktuelle Deal in Nigeria fällt direkt in einen Streit zwischen der nigerianischen Regierung und anderen Ölgiganten über die Modernisierung des Energiesektors. Ungeachtet des möglichen Einstiegs Chinas in Nigeria haben sich die Ölpreise im asiatischen Handel jedoch kaum verändert. (Ende)
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=090929022
Aussender: pressetext.austria