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fdf207598e3632768eb71e1ff04f1d02 gIn immer tieferen Gewässern suchen Ingenieure nach Erdöl und schwören menschengemachte Umweltkatastrophen wie derzeit im Golf von Mexiko herauf: Immer mehr Risiko für immer mehr Wachstum. Der Film „The Age of Stupid – warum tun wir nichts?“ sucht nach Ursachen für den Größenwahn und nach Erklärungen, weshalb die Menschheit weiterhin arglos Ressourcen vergeudet und an der Abhängigkeit vom Erdöl nichts ändert, obwohl sie es besser wissen müsste. Am 10. Oktober 2010 will die aus dem Film hervorgegangene Initiative 10:10 zusammen mit 350.org die deutsche Öffentlichkeit hinter einer kraftvollen Vision einen: Das Volk ist bereit zu einem Klimaumdenken, nun muss die entsprechende Gesetzgebung folgen.

BIELEFELD. Schon heute sind für den 10. Oktober in 117 teilnehmenden Ländern insgesamt 1220 Aktionen geplant: Gemeinsam wird eine globale „Packen wir’s an-Party“ gefeiert: In Uganda werden tausende Bäume gepflanzt, in Neuseeland ist ein großer Fahrradreparaturtag geplant, um jedes Fahrrad der Stadt wieder straßentauglich zu machen.

Bei der letztjährigen Auflage fanden 5200 Demonstrationen in 181 Ländern statt. Am 10. Oktober wird auch der aus Großbritannien stammende Klimafilm „The Age of Stupid – warum tun wir nichts?“ in deutsch synchronisierter Fassung als DVD erscheinen.

Sechs wahre Geschichten, angereichert mit Original-Fernsehbeiträ-gen der Zeit zwischen 1950 und 2008, dokumentieren den alltäglichen Wahnsinn unserer Zeit – und geben eine erschütternde Antwort, warum wir unseren Lebensraum nicht bewahren konnten. Lediglich 94 Tonnen CO2 sind bei den Dreharbeiten ausgestoßen worden. Soviel, wie eine vierköpfige US-Familie durchschnittlich im Jahr verbraucht. Der deutsche Filmverleih TAO Cinemathek hat diese Emissionen durch den Kauf von CO2-Klimakompensations- Zertifikaten und eine zusätzliche Aufforstung neutralisiert, so dass „Age of Stupid“ als eine der ersten Dokumentationen gelten darf, die vollständig klimaneutral produziert wurde.

„Entweder widmen wir uns jetzt ernsthaft dem Klimawandel, oder wir löschen einen Großteil des Lebens auf der Erde aus. Die Zukunft von all dem, was wir als Spezies erreicht haben, steht auf dem Spiel“, sagt die Regisseurin Franny Armstrong.

„The Age of Stupid – warum tun wir nichts?“ hinterfragt den moralischen, psychologischen Nährboden, auf dem heutzutage jeder einzelne Weltenbürger das Klima betreffende Entscheidungen fällt: Die Anwohner eines Dorfes im britischen Cornwall befürchten, dass Windräder ihre Landschaft verschandeln könnten. Ein indischer Geschäftsmann gründet in Indien eine Billig-Airline und lässt sich dafür feiern, den verheißungsvollen kapitalistischen Wohlstand in sein Land zu bringen. Ein 82-jähriger Bergführer in Frankreich sieht die Gletscher dahinschmelzen und kämpft gegen Lkw-Transporte durch seine Bergregion, die Milch nach Italien bringen, um sie als Joghurt wieder zurückzuholen. Und ein Ingenieur auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko kommt am Ende der Dreharbeiten zum persönlichen Fazit: Wir leben im Zeitalter der Dummen, weil wir so viel falsch machen, obwohl wir es eigentlich besser wissen.

Eine Dummheit mit politischer Brisanz: In Berlin installierte der Joseph Beuys-Schüler Hermann Josef Hack anlässlich der Premiere am 1. Juni ein Miniatur-Klimaflüchtlingslager, um auf die politische Brisanz des Klimawandels hinweisen: Die Internationale Organisation für Migration prognostiziert für das Jahr 2050 ca. 200 Millionen Klimaflüchtlinge.

Das britische Parlament hat sich inzwischen geschlossen der aus dem Film hervorgegangenen Bewegung „10:10“ angeschlossen. Außerdem 82.600 Menschen und große Unternehmen wie Sony, die Royal Mail oder die HSBC Bank. Die Forderung hinter „10:10“: Innerhalb von einem Jahr soll der Co2-Ausstoß um zehn Prozent reduziert werden. Der 10. Oktober 2010 könnte dafür den Grundstein legen.

Im Sommer 2010 läuft „The Age of Stupid – warum tun wir nichts?“ in den Kinos. Am 10.10.2010 erscheint die DVD.
www.ageofstupid.tao.de