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hotellegalspaniencallegrofilm.jpgAndalusien, Spanien. Riesige Hotelkomplexe, Wohnanlagen und eine schier unendliche Menge an Golfplätzen zersiedeln die Landschaft, zerstören Flora und Fauna – meistens genehmigt, oft genug jedoch illegal und in Naturschutzgebieten. Ist eine nachträgliche Legalisierung nicht möglich, werden die Investitionsruinen in der Regel nach vielen Jahren abgerissen – auf Kosten der Steuerzahler und die Investoren werden großzügig entschädigt.

 

Bild: © Allegro Film

Kartograph Miguel Angel Torres beobachtet seit mehr als 18 Jahren die Bautätigkeit an der Costa del Sol: „Der Großteil der Wohnungen dient als Wertanlage. So können Immobiliengesellschaften, Unternehmen und europäische Banken mit einem jährlichen Profit von etwa 20% rechnen. Durch herkömmliche Geldanlage an der Bank oder an der Börse ist nur ein Durchschnittsprofit von 5 – 6 % zu erreichen.“ Dieser Prozess hat zu einer schnellen Bereicherung einiger weniger Investoren geführt und zigtausende von leer stehenden Immobilien geschaffen, die langsam aber sicher verrotten. Für die vielen illegalen Einwanderer, die hauptsächlich aus Afrika nach Spanien kommen, bieten die Bauruinen kein Obdach, aber Arbeit. Zu erbärmlichen Löhnen werden sie im Bausektor beschäftigt, der sein Schwarzgeld
so über die eigenen Arbeiter wieder los wird.“

Rámon Fernandéz Durán von der Universität Madrid meint: „Spanien ist eines der Länder, wo die Immobilienblase sich in den letzten 5 Jahren am intensivsten entwickelt hat. Man kann von einer gewaltigen Verstädterung in einem Zement-Tsunami sprechen, der die Küste und die Inseln überrollt. ... Das Ausmaß der Bebauung hat seine Grenzen erreicht. Von der gesamten Küste ist der erste Kilometer des Küstenstreifens bereits zu 80 % verbaut. Man beginnt bereits, die letzten Naturräume zu besetzen.“ Schätzungen gehen von 3 Millionen leer stehenden Häusern an Spaniens Küsten aus und von ca. 800 neu entstandenen Golfplätzen, die zur Erhaltung ihrer künstlichen Rasenflächen so viel Wasser verbrauchen wie 16 Millionen Menschen zum Leben. Die spanische Zentralbank hat große Teile ihrer Goldreserven verkauft und steht vorm Zusammenbruch.

Anton Schneider, der Private Equity Fond-Manager, meint: „Letztendlich wird das Geld der kleinen Leute dazu verwendet, die Wetten abzusichern, damit die Wettsysteme, also die Zocker, die da herumzocken, auch weiterhin ihre Basis haben, nämlich ihre Institute nicht bankrott gehen.“