Freitag, den 07. November 2008 um 07:39 Uhr
Der Film beginnt in der Ahafo Mine in Ghana, Westafrika. Riesige Areale werden gesprengt. In einem mühsamen Prozess wird dem Gestein Gold entnommen, eingeschmolzen und dann direkt in die Schweiz geflogen. Der Verteilungsschlüssel ist klar: 3% für Afrika, 97% für den Westen. Die Mine entstand mit Unterstützung der Weltbank.
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Erwin Wagenhofer („We Feed the World - Essen Global") folgt in seinem neuen Dokumentarfilm „Let's make MONEY" der Spur des Geldes im weltweiten Finanzsystem. Die meisten von uns ahnen nicht einmal, wo ihr Geld ist. Sicher ist nur, dass es sich nicht bei der Bank befindet, der wir es anvertraut haben.
Gerhard Schwarz, seit 14 Jahren Leiter der Wirtschaftsredaktion der Neuen Zürcher Zeitung und nebenamtlich Präsident der Friedrich August von Hayek Gesellschaft fährt mit der Bahn auf den Mont Pelerin, den Pilgerberg in der Nähe von Vevey in der Schweiz, auf dem 1947 in einem der Luxushotels die Mont Pelerin Society (MPS) gegründet wurde. Hayek hatte 36 Intellektuelle eingeladen, über Liberalismus in Theorie und Praxis zu diskutieren.
Seit ca. 20 Jahren, erklärt Werner Rügemer von der Universität Köln, seien große Investoren, Banken und Fonds dazu übergegangen, sich in öffentlichen Sachwerten geradezu fest zu krallen. Und zwar in den Sachwerten, hinter denen letztlich doch der Staat steht – die Bürger, die ihre regelmäßigen Mieten, ihre Wassergebühren usw. bezahlen müssen. Das sei der Sinn der Privatisierung.
Anton Schneider, Partner eines mittelständischen Private Equity Fonds konstatiert, dass die Globalisierung in den vergangenen 10 – 15 Jahren zu einer dramatischen Einkommensverschiebung geführt hat. Arbeiter und Angestellte konnten ihre Lohnforderungen nicht mehr durchsetzen und wurden durch die mit der Globalisierung entstandene Konkurrenzsituation erpresst, auch zu billigeren Konditionen zu arbeiten.
Andalusien, Spanien. Riesige Hotelkomplexe, Wohnanlagen und eine schier unendliche Menge an Golfplätzen zersiedeln die Landschaft, zerstören Flora und Fauna – meistens genehmigt, oft genug jedoch illegal und in Naturschutzgebieten. Ist eine nachträgliche Legalisierung nicht möglich, werden die Investitionsruinen in der Regel nach vielen Jahren abgerissen – auf Kosten der Steuerzahler und die Investoren werden großzügig entschädigt.
Die kleine britische Kanalinsel Jersey hält nach amerikanischen Schätzungen etwa 500 Milliarden Dollar an Privatvermögen. Das Kapital kommt von außerhalb und liegt auf den Sparkonten der Insel. In Wirklichkeit kommt das Geld gar nicht nach Jersey, es schwappt quasi einmal über die Insel hinweg und fließt dann weiter zu den größten Finanzzentren der Welt. Jersey ist ein Land mit besonders strengem Bankgeheimnis.