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Weltrekord gebrochen: 173 Millionen Menschen beteiligen sich am UN-Aktionstag gegen Armut

Bonn (ots) - Wenige Tage nachdem die Welternährungsorganisation die alarmierende Zahl verkündet hat, dass jeder sechste Mensch Hunger leidet, haben 173 Millionen Menschen weltweit gegen Armut protestiert. Von den Regierungen forderten sie, die zugesagten UN-Millenniumsziele bis 2015 umzusetzen. Weltweit hatten die Vereinten Nationen vergangenes Wochenende zu der Aktion "Stand Up" aufgerufen, um die Regierungen an ihre entwicklungspolitischen Zusagen zu erinnern.

In Deutschland riefen mehr als 80.000 Menschen bei über 120 Veranstaltungen die Regierung dazu auf, die Millenniumsziele in den Koalitionsvertrag aufzunehmen und sich mit allen Fachministerien stärker im Kampf gegen Armut und Hunger zu beteiligen.

"Dieses Wochenende haben viele engagierte Menschen in Deutschland und der Welt eine klare Botschaft an die Regierenden gesandt," erklärt Dr. Renée Ernst, Beauftragte der UN-Millenniumkampagne. "Sie erwarten von den Politikern, trotz Finanzkrise die Belange der armen Länder zu berücksichtigen. Wir werden nicht hinnehmen, dass die Armen dieser Welt die Folgen der Wirtschaftskrise, der Nahrungsmittelkrise und des Klimawandels ertragen müssen, die sie nicht zu verantworten haben".

Bundesweit haben Stand Ups in Schulen, Universitäten, Theatern, Sportvereinen und auf Marktplätzen stattgefunden. Viele Aktive hatten Abgeordnete ihrer Wahlkreise eingeladen, um sie auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. "Das Engagement geht auch nach dem Stand Up-Wochenende weiter. Viele Teilnehmer haben bereits weitere Aktionen angekündigt. Der Unmut in der Gesellschaft über die wachsende Ungerechtigkeit ist deutlich zu spüren", ergänzt die Kampagnenleiterin.

Weltweit nutzten Aktivisten den Aktionstag, um ihren Forderungen an die eigene Regierung Gehör zu verschaffen. Insgesamt beteiligten sich in Afrika und den arabische Staaten über 69 Millionen Menschen, in Asien 101 Millionen, in Europa 2,1 Millionen, in Lateinamerika, Nordamerika und Ozeanien jeweils etwa 200.000 Teilnehmer.

Beispiele beeindruckender Stand Up Aktionen gibt es weltweit: In Indien nutzen Aktive landesweit den Stand Up, um die Qualität von Gesundheitszentren und Schulen zu prüfen und von der Regierung Verbesserungen einzufordern. In Peru zeigten Nichtregierungsorganisationen mit einem "Schattenbudget", wie sich der Staatshaushalt besser zur Armutsbekämpfung einsetzen ließe. In Uganda wurden Kommunen ausgezeichnet, die sich bereits vorbildlich für die Umsetzung der Millenniumsziele einsetzen.