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Klimadaten sprechen gegen extreme Eiszeit am Kontinent

Dallas (pte/12.04.2010/17:15) - Das heutige Bild der Wissenschaft über die ersten Besiedler Nordamerikas vor 11.000 Jahren dürfte einige Fehler aufweisen. Wissenschaftler aus Texas und Arizona berichten im Springer-Journal "World Prehistory", dass der Klimawandel im Zuge der letzten Eiszeit Amerika weit weniger beeinträchtigt hat als angenommen. "Die abrupten und deutlichen Klimaänderungen gab es im jüngeren Pleistozän nur in Europa und Asien. In Nordamerika waren die Schwankungen weit milder", berichtet Studienleiter  David Meltzer von der Southern Methodist University http://www.smu.edu im pressetext-Interview.

Wärmer als Europa und Asien

Die Hinweise dafür hätten sich in den vergangenen Jahren verdichtet. "Daten aus Pollenkörnern, aus Sedimenten und auch Isotopen-Untersuchungen verschiedener Forscher zeigen, dass Nordamerika in dieser Zeit nur bis auf zwei bis fünf Grad unter der heutigen Temperatur abkühlte." In Grönland war die Temperatur damals hingegen um bis zu 15 Grad unter dem heutigen Schnitt und auch in Europa und Asien war eine weitaus stärkere Abkühlung zu verzeichnen. "Bisher übertrug man die Daten meist ohne genaue Nachforschungen auf Nordamerika, was jedoch nicht zulässig sein dürfte", so Meltzer.

Kein Kälteschock für Einwandere

Auswirkungen habe das auf die Vorstellung der Lebensrealität der ersten Ankömmlinge in Nordamerika, den Paläo-indianischen Kulturen. Diese dürften zur selben Zeit - in der jüngeren Dryas vor etwa 11.000 Jahren - nach ihrer Wanderung über die vereiste Beringstraße in Nordamerika angekommen sein. So hoch wie bisher angenommen seien Herausforderungen durch das Klima nicht gewesen, so der US-Forscher. "Die Temperaturen waren milder und sie besaßen ohnehin schon viel Anpassungserfahrung durch ihre Wanderung", betont Meltzer gegenüber pressetext. (Ende)

Aussender: pressetext.austria