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Gefahr für positive Entwicklung im Regenwaldschutz

Brasilia/Frankfurt (pte/03.09.2010/12:10) - Brasilien erlebt derzeit eine Saison mit besonders vielen Waldbränden. Deren Zahl hat sich von Jänner bis August im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, berichtet die brasilianische Luft- und Raumfahrtbehörde INPE http://www.inpe.br. Dahinter stehen vor allem Brandrodungen von Waldflächen für die Landwirtschaft. "Das Jahr war sehr trocken, was die Grundbesitzer nutzen, um Wälder zu roden oder bereits gerodete Flächen zu säubern. Viele Brände geraten dabei außer Kontrolle", erklärt Robert Maldonaldo, Amazonasexperte beim WWF Deutschland http://www.wwf.de, gegenüber pressetext.

Rückschlag für gute Entwicklung

Ein Rückschlag ist das deshalb, da Brasilien bis zuletzt als einziges tropisches Land eine deutliche Bremsung der Entwaldung erreicht hat. "Seit Beginn der Aufzeichnungen in den 80er-Jahren wurde noch nie so wenig entwaldet wie im Vorjahr. Waren es 2004 noch 27.000 Quadratkilometer, so liegt die Zahlen für 2009 bloß bei 7.000. Ob der langfristige Trend auch dieses Jahr anhält, wird man aber erst im November endgültig wissen", so Maldonaldo. Kürzlich veröffentlichte Daten für 2010 gehen davon zwar aus, doch ist die Auswertung noch unvollständig.

Für den August 2010 zeigt das INPE durch Satellitenaufnahmen, dass es weniger Großbrände über 24 Hektar gab, während die Gesamtzahl der Feuer jedoch deutlich anstieg. Der WWF-Experte sieht dahinter Spekulationen der Grundbesitzer. "Zusätzlich zu den klimatischen Bedingungen in diesem Jahr stehen dahinter vermutlich auch Bemühungen, die strenge Forstgesetzgebung zu lockern. Die landwirtschaftlichen Konzerne hoffen auf Amnestien und mildere Strafen und stiften die Bauern an, die Wälder anzuzünden."

Land kämpft um seinen Regenwald

Ob diese Rechnung aufgeht, ist allerdings ungewiss. Brasilien ist zuletzt sehr positiv im Kampf gegen illegale Schlägerei aufgefallen und hat deren Rahmenbedingungen verschlechtert. Der bisherige Rückgang der Entwaldung gehe eindeutig auf "good governance" und nicht auf den erst seit 2008 fallenden Preis für Rinderfleisch oder auf den CO2-Handel zurück, so Maldonaldo. "Das Land hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwaldung im nächsten Jahrzehnt ganz zu stoppen. Offensichtlich ist man stolz auf Amazonien und hat es als eigenes Interesse erkannt, es nicht zu verlieren. Nicht zuletzt will man als Weltmacht nicht unnötig mit Negativ-Schlagzeilen auffallen." 

Aussender: pressetext.deutschland