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Online-Fax-Aktion fordert mehr Klimaschutz im Energiekonzept / BMU-Mitarbeiter beschweren sich über Fax-Flut

Berlin (ots) - Innerhalb weniger Tage haben Bürger bereits mehr 21.000 Protestfaxe an das Bundesumweltministerium und das Bundeswirtschaftsministerium versandt und mehr Klimaschutz im Energiekonzept der Bundesregierung gefordert ( http://www.campact.de/klima/sn11/signer ). Die Faxe verlangen, im Energiekonzept jährlich steigende Mindestwirkungsgrade für fossile Kraftwerke festzuschreiben. So soll der Anteil klimaschädlicher Kohlekraft am Strommix schrittweise vermindert werden. Das Kampagnennetzwerk Campact greift damit ein Konzept von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) auf, das dieser bisher nicht durchgesetzt hat. Außerdem verlangen die Unterzeichner von der Bundesregierung, den Neubau von Kohlekraftwerken durch hohe Mindestwirkungsgrade zu verhindern und die geplanten Subventionen für neue Kohlekraftwerke aus dem Energiekonzept zu streichen.

"Röttgen und Brüderle behaupten, sie wollten für die 'klimaverträglichste Energieversorgung' sorgen. Doch an die größten Klimakiller trauen sie sich nicht heran: ineffiziente und extrem klimaschädliche Kohlekraftwerke", sagte Ferdinand Dürr, Klimaexperte von Campact. "In Wahrheit ist das Energiekonzept der Bundesregierung ein Geschenkkorb für die Stromkonzerne. Neben längeren Laufzeiten für die Atomkraftwerke sollen sie auch noch Investitionszuschüsse für neue Kohlekraftwerke bekommen. Das ist klimapolitisch absoluter Unfug. Stattdessen müssen ineffiziente Kohlekraftwerke über vorgeschriebene Mindestwirkungsgrade aus dem Markt gedrängt werden." Genau dies habe Röttgen in einem internen Papier der Bundesregierung gefordert. "Röttgen ist als Tiger los gesprungen und landete als Bettvorleger der Stromkonzerne. Von seinen Klimaschutzforderungen hat er so gut wie nichts durchbekommen", sagte Dürr. "Die Regierung betreibt nur Grünfärberei."

Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums hätten sich bereits bei Campact beschwert, sie könnten nicht mehr vernünftig arbeiten, weil andauernd Faxe einträfen. "Da die Bundesregierung sonst nur auf die Atom- und Kohlelobby hört, müssen sich die Bürger auf diese Weise Gehör verschaffen", kommentierte Dürr.

Hintergrundpapier:

http://bit.ly/bjqMf8