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Schrumpfende Artenvielfalt durch fehlende Großtiere in Südost-Asien

Tübingen (pte027/24.05.2012/12:00) - Der Mangel an Elefanten und Nashörnern reduziert die Artenvielfalt in den Tropenwäldern, stellt ein internationales Forscherteam fest. Der tropische Wald von Südost-Asien braucht diese Großtiere jedoch, die mit ihrem Stuhlgang Samen im ganzen Dschungel verteilen. "Es kann sein, dass andere Tiere diese Nische einnehmen", sagt Madelaine Böhme, Forscherin an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen http://uni-tuebingen.de , gegenüber pressetext.

Auch Nashörner betroffen

Insbesondere Pflanzen mit großen Samen leiden unter dem Verlust der Elefanten. "Große Pflanzen brauchen große Tiere, die in der Lage sind, große Samen unzerkaut zu sich zu nehmen und sie in ihrem Verdauungstrakt zu transportieren", sagt Luis Santamaria, Wissenschaftler am Mittelmeer-Institut für Höhere Studien http://imedea.uib.es . Elefanten und Nashörner können große Mengen an großen Samen mit ihrem Stuhlgang im Wald verstreuen. Die Samen bleiben heil, weil diese Tiere sie während der Verdauung nicht auflösen.

Der Lebensraumverlust und die illegale Wilderei haben Elefanten und Nashörner beinahe aussterben lassen. Von den asiatischen Elefanten leben nur sehr wenige in Asien, es gibt weltweit nur noch 50 Java-Nashörner, sogenannte Rhinoceros sondaicus. Auch gibt es nur noch rund 200 Sumatra-Nashörner (Dicerorhinus sumatrensis). Laut der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature http://iucn.org sind Elefanten vom Aussterben und die zwei Nashornarten besonders stark bedroht.

Tapir kann nicht kompensieren

Die Forscher haben geprüft, ob der Tapir zum Beispiel die beiden Arten ersetzen kann - kann er aber nicht. "Der asiatische Tapir zerkaut entweder die Samen oder die Samen werden während der Verdauung aufgelöst", sagt Santamaria. Sollten Elefanten und Nashörner aus dem Ökosystem verschwinden, geht auch ihr Beitrag in den ökologischen Prozessen verloren. Das wird das Ökosystem in den asiatischen Tropenwäldern irreversibel verändern.

Quelle: pressetext.redaktion