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Exporte heizen Überfischung und ökologische Zerstörung an

Vancouver (pte003/22.06.2011/06:10) - Meeresfrüchte aus Madagaskar - allen voran Garnelen - landen oft auf europäischen Tellern. Die Exporte sind jedoch nicht nur ein Segen für die viertgrößte Insel der Welt, sondern verschärfen den Hunger, von dem in dem völlig verarmten Land zwei Drittel der Bevölkerung betroffen sind. Die politische Krise des Landes könnte sich dadurch verschlimmern, warnen Forscher der University of British Columbia http://ubc.ca und der NGO Blue Ventures http://blueventures.org in der Fachzeitschrift "Marine Policy".

Druck auf Fischbestände

Garnelen und Dosentunfisch sind die beiden Arten aus Madagaskar, die man später in Europas Supermarktregalen findet. "Bei madagassischem Tunfisch sollten sich die Konsumenten zurückhalten und Garnelen besser gar nicht kaufen. Sowohl ihr Fang am offenen Meer als auch die Produktion in Zuchtbetrieben verursacht große ökologische Schäden. Meist kommen Grundschleppnetze zum Einsatz, die enormen Beifang von Fischen liefern. Diese werden tot auf der See zurückgelassen und fallen für den Verzehr somit aus", erklärt Studienleiter Frederic Le Manach im pressetext-Interview.

Die Exporte kommen Madagaskar nur kurzfristig zugute, betont der Forscher. Langfristig steigern sie den Marktdruck derart, dass der Bestand aufgrund der Überfischung abnimmt, was die Ernährungssicherheit des Landes gefährdet. Etwa von der Garnele als ökonomisch wichtigstes Meerestier fing man 2000 noch 12.000 Tonnen pro Jahr, während es 2008 nur mehr 5.000 Tonnen waren. Gleiches gilt für Tiere, die vorwiegend nach Asien exportiert werden - allen voran Haie, die auch deutlich an Größe und Artenvielfalt abnahmen, sowie wirbellose Tiere wie etwa die Seegurke.

Zu wenig Überwachung

Dass die Situation kaum in den Griff zu bekommen ist, hängt für den Forscher mit fehlendem Monitor-System zusammen. "Sieht man von der Garnelenfischerei ab, wird in Madagaskar großteils sogar bei den kommerziell wichtigen Produkten im kleinen Maßstab gefischt. Es gibt über 100.000 kleine Fischer auf der Insel, deren Tätigkeit kaum zu überwachen ist." Zusätzlich besteht auch das globale Problem der illegalen Fischerei im großen Stil, da Fangflotten aus dem Ausland häufig Tunfisch ohne Lizenz oder außerhalb der Quoten fangen. "Zwar gibt es hier Abkommen mit der EU und Japan, doch die Überwachung ist schlecht", so Le Manach.

Link zum Fachartikel unter http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0308597X11000960

Quelle: pressetext.redaktion