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Günstiges portables Sanitärsystem aus Schweden

Stockholm (pte/03.03.2010/13:55) - Sanitäre Probleme in Slums und in Notunterkünften bergen große Risiken eines Ausbruchs von gefährlichen Seuchen in sich. Ein schwedischer Erfinder hat eine adäquate Lösung gefunden. Biologisch abbaubare Einweg-Plastiktüten dienen als Einweg-Toiletten und könnten aus den menschlichen Exkrementen wertvollen Dünger für den Ackerbau machen.

"Wichtig ist, dass damit dem Ausbruch gefährlicher Erkrankungen vorgebeugt werden kann", meint Karin Riuz, CEO von Peepoople http://www.peepoople.com, gegenüber pressetext. Serienreife soll spätestens Ende des Jahres erreicht werden. "Die Plastiktüten sollen ein gesamtes Sanitätssystem werden", so Ruiz. Das bedeute, dass die Tütchen entweder kollektiv gesammelt und abgegeben werden oder in urbanen Kleingärten als Naturdünger Verwendung finden."


Sanitäre Probleme als UN-Millenniumsziel

"Das Projekt wurde speziell für zwei Anwendungen konzipiert", so Ruiz. Die eine sind dicht-besiedelte urbane Slums, in denen es keine oder nur eine unzureichende sanitäre Versorgung gibt. "Das zweite Anwendungsgebiet sind Flüchtlingslager oder Notunterkünfte wie sie etwa nach Naturkatastrophen errichtet werden", erklärt Ruiz.

Es sei unvorstellbar wie viele Anfragen aus dem Erdbebengebiet in Haiti es gegeben habe. "Daher haben wir uns entschlossen, Mitte März einen Testlauf im karibischen Staat zu starten", erklärt die Unternehmenschefin. Dass das Problem der unzureichenden sanitären Versorgung ein globales ist, bestätigt auch die UNO. 40 Prozent der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu hygienischen Toiletten. Mangelnde Hygiene fordert viele Menschenleben. Alle 15 Sekunden stirbt ein Kind an verunreinigtem Trinkwasser.

Günstige und praktische Lösung gefragt

Um wirklich etwas zu bewirken, müssen gesamte Lösungen angeboten werden, die auch durchsetzbar sind, so Ruiz. Dazu gehöre nicht nur die Konzeption der Tüten, sondern auch deren günstiger Preis - der Nettopreis liegt zwischen zwei und drei Cent - und deren weiterer Kreislauf. "Wir wollten einen gesamten Kreislauf schaffen", so die Unternehmerin.

Eine Möglichkeit wäre etwa ein Pfandystem, das denjenigen, der seinen benutzten Peepoo bei einer Sammelstelle abgibt, Geld zurückgibt. "Aber selbst wenn es kein solches Sammelsystem gibt, ist mit der Erfindung sichergestellt, dass die Verbindung zwischen Fäkalien und Umwelt abgeschnitten ist."

Beschichteter Kunststoff für Hygiene

Die Innenseite des Peepoo-Säckchens ist mit einem dünnen Urea-Film beschichtet. Diese Substanz namens Kohlensäurediamid löst einen enzymatischen Prozess aus, wenn sie mit Fäkalien in Verbindung kommt. Sie zerfällt in Ammoniak und Karbonat. Nach etwa zwei bis vier Wochen sind die Pathogene im Kot inaktiv. Im Vergleich dazu bleiben unbehandelte Fäkalien zwei bis drei Jahre lang immer noch gefährliche Krankheitsüberträger.

"Die Behandlung mit Urea ist die einfachste und effizienteste Lösung überhaupt", so Ruiz. "Wenn Peepoo in seine Bestandteile zerfällt, ist Ammoniak ein harmloser Dünger, der von den Pflanzen aufgenommen wird." Peepoo hat jedenfalls von Jack Sim, dem Direktor der World Toilet Organization http://www.worldtoilet.org , der für die Durchsetzung von besserer Sanitär-Hygiene kämpft, volle Unterstützung erhalten. (Ende)


Aussender: pressetext.austria
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