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Los Angeles/Wien (pte018/12.09.2011/13:50) - Anders als beim Wetter der kommenden Woche gelingt es den Meteorologen beim Klima bisher nur schlecht, konkrete Vorhersagen über Monate hinweg zu treffen. Kalifornische Forscher haben jedoch eine Methode gefunden, wie man über ein Jahr im Voraus zumindest den groben Verlauf des Klimas prognostiziert. In der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" haben sie die Ergebnisse nun veröffentlicht.

16 Monate Vorlaufzeit

Vorhersagen des Jahreszeiten-Klimas bleiben immer viel allgemeiner als der Wetterbericht. "Man kann nicht sagen, ob es heute in einem Jahr an einem bestimmten Ort regnen wird oder welche Temperatur es geben wird. Die Angabe von Durchschnittswerten ist dennoch möglich. Derartige Daten haben für die Landwirtschaft, die Industrie und Wirtschaft wichtige Folgen", erklärt Studienleiter Michael Ghil von der University of California http://ucla.edu .

Ghil untersuchte mit seinem Team die globalen Temperaturen der Meeresoberfläche. Die Ergebnisse verknüpfte er mit neuen Berechnungen der Interaktion von kurzfristigem Wetter und langfristigem Klima. Rückwirkend am Klimaverlauf seit 1950 getestet, lieferte der daraus entstandene Algorithmus genauere Prognosen für bis zu 16 Monate als dies bisher in einem bloß halb so großen Zeitraum möglich war. Schwierigkeiten gebe es allerdings noch dabei, die natürlichen Klimaschwankungen von den von Menschen verursachten zu unterscheiden.

Meer bestimmt Wetter

"Eine exakte Wettervorhersage über Monate wird es auch in Zukunft nicht geben - dazu ist das System viel zu chaotisch", urteilt der Klimaforscher Klaus Haslinger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik http://www.zamg.ac.at im pressetext-Interview. Fortschritte in Einzelbereichen seien dennoch zu erwarten, dank neuer Erkenntnisse über Meer und Atmosphäre sowie wegen der laufenden Weiterentwicklung der Supercomputer, mit deren Hilfe Klima- und Wettermodelle berechnet werden.

Wie eng Phänomene der Ozeane mit dem Klima- und Wettergeschehen in ganz anderen Erdteilen verwoben sind, verdeutlicht die immer noch anhaltende Dürre in Ostafrika. Eine Potsdamer Studie belegt, wie der ausbleibende Regen auf das La Nina-Effekt im Ostpazifik zurückgeht (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110805018 ). Die kalifornischen Forscher hoffen, das Eintreten dieses Phänomens künftig besser im Voraus zu erkennen.

Originalartikel unter http://www.pnas.org/content/early/2011/06/30/1015753108.abstract

Quelle:  pressetext.redaktion