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Anstieg des Meeresspiegels im Pazifik zwingt Menschen zur Flucht

Hamburg (pte/21.04.2011/15:30) - Der Klimawandel ist im Pazifik am deutlichsten zu spüren. Die Zahl der Klimaflüchtlinge erhöht sich täglich. Zwei Frauen, Tracy Mann und Ursula Rakova, wollen Menschen über diese Problematik aufklären und reisen dafür rund um die Welt. Seit 2009 haben sie schon 16 Städte in den USA besucht und nun ihre Tour durch Europa mit einem Stopp in Hamburg beendet. "Climate Wise Women" heißt ihre Organisation. Sie konkretisieren die Folgen des Klimawandels anhand persönlicher Erfahrungen von Frauen.

Das Südseeparadies mit Palmen und weißem Sandstrand ist genauso gefährdet wie die Bewohner. Sie sind gezwungen auf andere Inseln überzusiedeln. "Seit 20 Jahren geht das Land zurück", berichtet Rakova aus Papua Neuguinea. Jeden Tag werden Kokosnusspalmen wegen der starken Flut entwurzelt. "Auch auf dem küstenfernen Land sehen wir angeschwemmte Fische."

"Wir können nicht auf Wasser laufen"

Die Bevölkerung der kleinen Inseln im Pazifik haben zwar Wälle aus Steinen gebaut - geholfen hat das aber nicht. Die Böden sind durch die starken Überflutungen übersalzen und nicht mehr bebaubar. Über 3.000 Menschen mussten bereits umgesiedelt werden. Die Menschen hängen jedoch an ihrem Zuhause. "Anfangs wollten sich nur drei Familien umsiedeln lassen", sagt Rakova.

Der Pastor Martin Krieg vom Nordelbischen Zentrum für Weltmission und Kirchlichen Weltdienst war vor Ort und weiß: "Es ist nicht so einfach, Menschen umzusiedeln, selbst wenn es gut organisiert ist". Es sei das erste Mal, dass Menschen wegen des Klimawandels umlokalisiert wurden. Sie fühlen sich von der Welt ignoriert. Schließlich seien es die industrialisierten Staaten, die den Klimawandel fördern, sagt Rakova.

Die Frauen von der Organisation "Climate Wise Women" demonstrierten auch in Kopenhagen auf dem Klimagipfel mit Transparenten: "Wir können nicht auf Wasser laufen!" Sie fordern die Regierungen auf, den Klimawandel ernst zu nehmen. Die Menschen der pazifischen Inseln spüren die Effekte am eigenen Leib. "Es ist das Meer, das wir so lieben, das sich gegen uns wendet", sagt Rakova. (Ende)

Aussender: pressetext.redaktion