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Mehr Feinstaub und Allergieerreger durch Temperaturanstieg

Davis/Berlin (pte015/16.03.2012/13:45) - Der Klimawandel schlägt sich auf die Gesundheit: Allergien, Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und insbesondere Atemwegserkrankungen nehmen als Folge der Erdwärmung und der steigenden Umweltverschmutzung zu. Das berichten Forscher der University of California, Davis http://www.ucdavis.edu in der Fachzeitschrift "Proceedings of the American Thoracic Society".

 

Brände, Wüsten und Schimmelpilze

"Den größten Anlass zur Sorge gibt die sich verschlechternde Luftqualität", erklärt Studienautor Kent Pinkerton. Durch die steigenden Temperaturen werden Flächenbrände häufiger, die zusätzlichen Feinstaub in die Atmosphäre schleudern. Da sich die Wüsten ausdehnen, nehmen auch die Sandstürme zu, die Schmutzpartikel über tausende Kilometer verbreiten.

Ein weitere Belastung sind Schimmelpilzsporen. In weiten Teilen Nordamerikas bis Kanada sind heute derartige Allergie- und Asthmaerreger zu finden, die früher nur in Mittelamerika beheimatet waren. "Verschiedene Arten von Parasiten oder Organismen, die sich durch wärmere Temperaturen ausbreiten, können Vektor-Krankheiten hervorrufen. Dies ist alles auf den Klimawandel zurückzuführen", betont Pinkerton.

Kinder, Kranke und Ältere betroffen

Bestimmte Personengruppen sind speziell anfällig für derartige Veränderungen. "Besonders Säuglinge, Kleinkinder und Ältere sowie Personen mit Asthma oder COPD werden von der klimabedingt schlechteren Luftqualität direkt betroffen sein", erklärt Professor Christian Witt von der Charité Berlin http://www.charite.de im pressetext-Interview.

Vorsorge und neue Medikamente

Der Experte rät diesen vulnerablen Gruppen zur Vorsicht. Diese bestehe vor allem darin, Gefahrenquellen wie etwa den Pollenflug zu vermeiden. Auch sogenannter "Lungensport", sofern er außerhalb von Zeiten hoher Pollen- oder Ozonbelastung betrieben wird, kann Folgen von Atemwegserkrankungen abschwächen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20110831022 ).

"Man muss aber auf jeden Fall effektivere Medikamente entwickeln", appelliert Witt. In den Labor tüftelt man derzeit an sogenannten "klimaplastischen" Arzneimitteltherapien, die an die höheren Temperaturen angepasst sind.

Quelle:  pressetext.redaktion