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WWF: COP17 macht weltweites Zwei-Grad-Ziel zu Makulatur

Durban (ots) - Nach mehr als zweiwöchigen Verhandlungen endet in Südafrika der Klimagipfel mit einem sehr mageren Ergebnis. "Die Welt verdient einen besseren Deal als den lauwarmen Klimakompromiss von Durban", so Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. "Länder wie die USA und Kanada streuten immer wieder Sand ins Getriebe. Das enttäuschende Ergebis reicht nicht aus, den durch den Klimawandel ausgelösten Bedrohungen für Mensch und Natur zu begegnen. Es wurde die Chance verpasst, einen starken Fahrplan zu verabschieden, der den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius begrenzen könnte", so das ernüchternde Fazit des WWF.

Nach kurzem Einbruch wieder CO2-Rekordzuwächse

Norwich/Katmandu/Zürich (pte016/05.12.2011/13:15) - Zehn Mrd. Tonnen CO2 hat die Menschheit im Vorjahr durch Verbrennung fossiler Rohstoffe, Zementproduktion, Entwaldung und Änderung der Landnutzung freigesetzt. Dieser bisherige Höchststand liegt um 49 Prozent über dem Wert von 1990, berichten Forscher vom "Global Carbon Project" http://globalcarbonproject.org in der Zeitschrift "Nature Climate Change" anlässlich der laufenden UN-Klimakonferenz in Durban. "Die Chance der Finanzkrise von 2008, um die Globalwirtschaft auf einen emissionsärmeren Weg zu lenken, wurde nicht genutzt", resümiert der norwegische Studienleiter Glen Peters.

Wetterkatastrophen drängen Fischerdörfer in Überlebenskampf

Quezon City/Wien (pte001/28.11.2011/06:05) - Der Klimawandel ist keine ferne Bedrohung, sondern vielerorts schon konkrete Realität. Besonders betroffen sind Inselstaaten wie etwa die Philippinen, wo 60 Mio. Menschen an den Küsten leben. "Auch wenn es bei uns kein Wort für 'Klimawandel' gibt, ist dieser bereits im Haus statt nur vor der Tür und bedroht Existenzen. Die Anpassung auf unterster Ebene kann nicht auf die Weltpolitik warten - sie geschieht bereits", betont Jovelyn T. Cleofe vom Center for Empowerment and Resource Development (CERD) http://cerd.ph , im pressetext-Interview. CERD ist eines der Modellprojekte der Dreikönigsaktion 2012 http://dka.at .

Experten fordern neue Strukturen für globale Umweltpolitik

Stockholm/Amsterdam (pte003/25.11.2011/06:10) - Ein "Weltumweltrat" sollte geschaffen werden, um die drohenden Gefahren unseres Planeten abzuwenden. Das fordern internationale Umweltexperten anlässlich der Klimakonferenz in Durban. "Es gibt bisher 900 internationale Umweltabkommen, doch der Mensch zerstört die Umwelt weiter und gefährdet seine Zukunft und die der Erde. Besserung gelingt nur, wenn wichtige Umweltenscheidungen global statt national fallen - was neue politische Strukturen erfordert", betont Owen Gaffney, Sprecher des Internationalen Geosphären-Biosphären-Programms IGBP http://igbp.net , gegenüber pressetext.

UNEP drängt auf schnelle Reduktion kurzlebiger Klimagase

London/Laxenburg (pte/25.11.2011/14:00) Zwei Mio. Menschen und 32 Mio. Tonnen Ernteverluste könnten entschiedene Maßnahmen im Klimaschutz retten - und zwar pro Jahr. Das berichten Forscher vom UN-Umweltprogramm (UNEP) http://unep.org sowie vom International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) http://iiasa.ac.at zum Auftakt der Klimakonferenz in Durban. Wenngleich die Staaten die CO2-Reduktion weiter verfolgen sollten, wäre eine Strategie, die sich zusätzlich auf die klimaschädlichen Russpartikeln, Ozongase und Methan konzentriert, die mittelfristig effektivste Maßnahme zur Erreichung der Klimaziele.
"Mit der CO2-Strategie alleine ist das Zwei-Grad-Ziel im Klimaschutz nicht zu erreichen. Nötig ist deshalb, zusätzlich auch bei Methan und Dieselruss - die beide sehr kurzfristige Treibhausgase sind und nur zwei Wochen in der Atmosphäre bleiben - anzusetzen. Hier würde Klimaschutz schnelle Effekte erzielen und zudem viele auch gesundheitliche Vorteile bringen", berichtet IIASA-Mitautor Zbigniew Klimont im pressetext-Interview.

Nachhaltige Zukunft nur bei CO2-Rückgang schon in nächsten Jahren

Exeter/Zürich (pte002/22.11.2011/06:05) - Zwei Grad darf die Globalerwärmung gegenüber dem Niveau vor der Industrialisierung maximal betragen, lautet das im Vorjahr in Cancun von allen 194 Staaten verabschiedete Ziel. Dass dieses noch zu erreichen ist, bestätigt nun ein internationales Forscherteam in der Zeitschrift "Nature Climate Change". Die Auswahl der Optionen dafür ist allerdings sehr beschränkt: "Die CO2-Emissionen müssen schon in den nächsten beiden Jahrzehnten zurückgehen und auf Null absinken", berichtet Studienautor Reto Knutti von der ETH Zürich http://iac.ethz.ch im pressetext-Interview.

Anpassung an Klimawandel muss Vulnerabilität stärker berücksichtigen

Kampala/Bonn (pte004/19.11.2011/06:15) - Klimaanpassung bedeutet, nicht nur mit dem graduellen Klimawandel, sondern auch mit Extremereignissen, Katastrophen und der Vulnerabilität der einzelnen Regionen zurechtzukommen. Das macht der von über 100 Wissenschaftlern erstellte Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC) http://ipcc.ch deutlich, der am gestrigen Freitag in Kampala, Uganda präsentiert wurde.

Jörn Birkmann, IPCC-Leitautor und Risikoforscher an der Bonner United Nations University http://unu.edu , bezeichnet den Bericht im pressetext-Interview als "Strategiewandel des IPCC", der sich bereits auf die nahende UN-Klimakonferenz in Durban auswirken werde.

Blockade-Ankündigung Österreichs in scharfer NGO-Kritik

Wien (pte002/18.11.2011/06:05) - Das Kyoto-Protokoll von 1991 läuft 2012 aus. Ob das bisher einzige verbindliche internationale Klimaschutz Abkommen verlängert wird, entscheidet in zwei Wochen die UN-Klimakonferenz in Durban. Werden bis 2016 entscheidende Weichen nicht gestellt, ist das Abwenden einer Klimakatastrophe laut Weltklimarat kaum mehr erreichbar. Vertreter der NGO-Initiative "Allianz für Klimagerechtigkeit" http://klimaallianz.at verdeutlichten am gestrigen Donnerstag die Wichtigkeit der Fortschreibung eines verpflichtenden Vertrags und richteten dazu 15 Forderungen http://bit.ly/su3H3M an die Regierung.



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