klimaWANDEL.de -Wir sind eine Welt!
Berlin (ots) - Heft 4 des von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) herausgegebenen Umweltmagazins zeo2 erschienen - Schwerpunktthema der Ausgabe: "Rauchzeichen aus Peking: CO2-Weltmeister China in der Klimafalle" - Der Chef des Weltklimarats IPPC, Rajendra K. Pachauri im Interview über Klimapolitik in Krisenzeiten und den Hoffnungsträger Barack Obama - Mit Beiträgen u. a. von Andreas Troge (Umweltbundesamt, UBA), Gerd Billen (Verbraucherzentrale Bundesverband, vzbv) und Ottmar Edenhofer (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, PIK) - ... und über den verzweifelten Versuch, das nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben zu retten - Leseproben und Abonnement unter www.zeozwei.de

Exklusiv IPCC-Chef Pachauri im zeo2-Interview:
Die Wirtschaft beleben und gleichzeitig dem Klima helfen Der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, Rajendra K. Pachauri, fordert die politischen Führer der Welt angesichts der Finanz- und  Wirtschaftskrise auf, die Chancen des Klimaschutzes für grüne Jobs und nachhaltige Zukunftsinvestitionen zu nutzen. Im Interview mit dem Umweltmagazin zeo2 rät der indische Wissenschaftler, jetzt erst recht mit Investitionen in Windkraftwerke, Solartechnik und andere  Erneuerbare Energien die Wirtschaft zu beleben. So könnten  Arbeitsplätze geschaffen und gleichzeitig Klimaschäden vermieden  werden. Die Menschen dürften die Lektionen der Vergangenheit nicht vergessen, warnte Pachauri mit Blick auf den im Sommer bis auf 147 Dollar pro Barrel gestiegenen Ölpreis und die in allen Ländern spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Beide Lektionen, wünscht sich der oberste Klimaschützer der Welt, "werden die Menschen hoffentlich im Kopf behalten, wenn sie sich in den nächsten Monaten daran machen, zu handeln."

Große Hoffnungen setzt Pachauri in Barack Obama. Wenn der künftige US-Präsident die Führerschaft im weltweiten Klimakampf übernehmen wolle, dann "macht das einen gewaltigen psychologischen Unterschied, der auf die ganze Welt ausstrahlt", sagte Pachauri im Gespräch mit zeo2: "Wir können diese Führungsrolle Obamas gut gebrauchen, das wird neue Hoffnung schaffen." Der IPCC-Vorsitzende ist überzeugt, dass die USA schon im nächsten Jahr auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen einen dann unterschriftsreifen Kyoto-Nachfolgevertrag unterzeichnen werden, er sei an diesem Punkt "absolut optimistisch!" Von den Deutschen erwartet der Klimawissenschaftler, dass sie ihre Führungsrolle im Klimaschutz nicht aufgeben: "Ich hoffe, Sie behalten diesen Schwung und können so andere Teile der Welt motivieren." Derzeit wird im polnischen Poznan über die weltweite Klimapolitik verhandelt.

***
Prof. Ottmar Edenhofer, der stellvertretende Direktor des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und an der TU Berlin der erste Lehrstuhlinhaber für Klimaökonomie Europas, warnt die Bundesregierung in einem Namensbeitrag für zeo2 davor, von ihren Klimaschutzzielen abzuweichen. "Wer der Wirtschaft auf die Beine helfen will, muss die Investitionsquote erhöhen und Mittel in die richtigen Projekte lenken: Ausbau des europäischen Stromnetzes, Demonstrationskraftwerke für solarthermische Stromerzeugung, Kohlekraftwerke mit der Abscheidungstechnologie CCS, Projekte zur Elektromobilität und schließlich die Sanierung des Wohnungsbestandes. Das alles wären mutige Schritte in die richtige Richtung." Damit, so Edenhofer, würde sich Klimaschutz umstandslos mit aktiver Konjunkturpolitik verbinden lassen. Die Umweltorganisationen warnt der Klimaökonom davor, angesichts der Wirtschaftskrise auf sinkende CO2-Emissionen zu spekulieren. "Die Emissionen steigen wieder an, sobald sich die Konjunktur erholt, auch das ist eine Lehre aus den Ölpreiskrisen der 70er Jahre."

***
Der Vorstand des "Verbraucherzentrale Bundesverband", Gerd Billen, fordert die neue Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) in einem zeo2-Kommentar auf, ihren Aktionsradius zu erweitern. Insbesondere müsse sie sich auch in die Energiepolitik einmischen, deren Ergebnisse jeder einzelne Verbraucher direkt in seinem Portemonnaie spüre. Vehement kritisiert Billen in dem Beitrag die vom Kabinett im Rahmen ihres Konjunkturpakets beschlossene Form der Kfz-Steuerbefreiung. Sie sei "grob unvernünftig". Billen: "Hier werden Sprit fressende Ladenhüter zusätzlich gefördert und falsche Akzente gesetzt." Diejenigen, die ohnehin genug Geld hätten, um sich große Limousinen oder einen Geländewagen zu kaufen, würden unter dem Strich sogar stärker belohnt, als diejenigen, die einen
umweltfreundlicheren Klein- oder Mittelklassewagen kaufen. Billen erwartet von der Seehofer-Nachfolgerin zudem, dass sie die Lebensmittel-Ampel zügig auf den Weg bringe. Die Ampel-Kennzeichnung habe in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz und sollte schnell installiert werden, um "die ungesunden Zucker- und Fettfallen im Lebensmittelregal zu enttarnen", schreibt Billen in der aktuellen Ausgabe des Umweltmagazins.

***
Das Umweltbundesamt in Dessau will künftig Kupferpräparaten im Pflanzenschutz seine Zustimmung im Zulassungsverfahren verweigern. Der Präsident des Umweltbundesamtes in Dessau, Prof. Andreas Troge, kritisiert in einem Namensbeitrag für das Umweltmagazin zeo2 die nicht mehr länger tolerierbaren Folgen des Kupfer-Einsatzes, der gerade im ökologischen Wein- und Landbau weit verbreitet sei. Das zur Pilzbekämpfung versprühte Schwermetall, so Troge, reichere sich in den Böden an und schädige durch "die schleichende Vergiftung" Bodenleben und Fruchtbarkeit. "Sind diese nachteiligen Wirkungen der Kupferpräparate auf den Naturhaushalt noch vertretbar?", fragt Troge und gibt dann selbst die Antwort: "Ein klares Nein!"Der UBA-Präsident analysiert in seinem Beitrag auch die rasanten Veränderungen des Pflanzenschutzes durch den Klimawandel, aber auch durch die neue Gesetzgebung in der EU. Die Klimaveränderung forciere den Anbau neuer Kulturen und begünstige Erreger wie Schildzecken, Gnitzen oder Tigermücken, auf die der Pflanzenschutz noch nicht eingestellt sei. Die veränderte Gesetzeslage werde künftig dafür sorgen, dass die Bundesrepublik auch Pestizide akzeptieren müsse, diein anderen EU-Ländern zugelassen worden seien und dort vielleicht nicht mit der gleichen Sorgfalt geprüft wurden, warnt Troge.

***
In der Wildnis ist das nördliche Breitmaulnashorn ausgestorben. Weltweit leben noch exakt acht Tiere - in Gefangenschaft. zeo2 berichtet über drei Berliner Tierärzte, die glauben, die Art mit modernster Tiermedizin noch retten und wieder auswildern zu können. Doch Tierschutz-Organisationen und Zoos winken ab. Stattdessen sollen
die beeindruckenden Dickhäuter zurück nach Afrika - mit ungewissen Aussichten für ihr Überleben.

***
Schwerpunkt der vierten Ausgabe der im Frühjahr 2008 gegründeten Zeitschrift ist die Energie- und Umweltsituation in der Volksrepublik China, dem Land mit dem weltweit größten Ausstoß von Kohlendioxid. China habe damit die USA in der Nationen-Wertung überholt. Bei näherem Hinsehen zeige sich aber, dass im "Powerhaus der Weltwirtschaft" ein Großteil der chinesischen Emissionen von den alten Industrieländern verursacht werde, deren Konzerne heute fast
durchweg auch in China produzieren - auf der Basis eines stark von der Kohle dominierten Energiemix'. "Wir haben ein großes Stück unseres ökologischen Fußabdrucks nach China verlagert, jetzt sehen wir das Ergebnis", zitiert zeo2 den britischen Greenpeace-Direktor John Sauven. Bei einer Fortschreibung des gegenwärtigen Trends werde das Reich der Mitte bis 2030 mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen als alle Industrienationen zusammen.

Über zeo2
Mit der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) als Herausgeberin startete das neue Umweltmagazin zeo2 Ende April 2008. Unter dem Titel "zeo2 - Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft" will sich das Blatt analytisch, politisch wach aber auch unterhaltsam an eine Leserschaft wenden, der die globalen, nationalen und regionalen Umweltthemen unter den Nägeln brennen.

Als journalistische Macher und Chefredakteure des neuen Magazins hat die DUH Manfred Kriener und Marcus Franken gewonnen, zwei der profiliertesten Umweltjournalisten in Deutschland. Der Titel zeo2 führt augenzwinkernd das leicht abgewandelte Kürzel des Klimakillers Kohlendioxid im Namen und damit den Dreh- und Angelpunkt aller
Zukunftspolitik.

Mehr Informationen und Leseproben ab sofort unter www.zeozwei.de. zeo2 erscheint vierteljährlich. Abonnement im Lastschriftverfahren für 12 Euro/vier Ausgaben unter: zeo2-Vertrieb - DUH Umweltschutz-Service GmbH - Fritz-Reichle-Ring 4 - 78315 Radolfzell - Fax (07732) 9995-77 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder www.zeozwei.de/abo.

11.12.2008 - 13:06 Uhr, Deutsche Umwelthilfe e.V.