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Der Klimawandel ist eine Tatsache. Wenn wir nichts unternehmen, wird die durchschnittliche globale Erdtemperatur in den nächsten hundert Jahren um vier bis fünf Grad steigen. Auch die CO2-Emissionen werden noch weiter steigen. Wir müssen aber unsere Treibhausgas-Emissionen deutlich reduzieren, alles andere kommt uns teuer zu stehen.

219_kemfert.jpgIn der Klimadebatte herrscht hingegen große Verunsicherung. Einerseits geistern Horrorszenarien von schmelzenden Polen und Luftverschmutzung durch die Medien. Andererseits glauben Klimaskeptiker, dass dies reine Übertreibung und falscher Alarm sei.
Und je länger wir überlegen, was zu tun ist, desto weniger werden wir eine andere Klima-Zukunft gestalten können.

Die Berliner Wirtschaftsprofessorin und Energieexpertin Claudia Kemfert zeigt uns Wege aus dem Klima-Dilemma. Sie bringt die Debatte jetzt unabhängig und vorurteilsfrei auf den Punkt: Klimaschutz ist DER Wirtschaftsmotor für unser Land und sichert unseren Wohlstand.

Das bietet das Buch:

In der emotional geführten Debatte um Klimaschutz und Energiepolitik bietet „Die andere Klima-Zukunft" eine sachliche Grundlage. Anschaulich geschrieben, erklärt das Buch - ohne Rücksicht auf ideologische Lager - die komplexen Zusammenhänge von Klimaforschung, Umweltökonomie und Energiemärkten. Claudia Kemfert zeigt die Chancen für Deutschland und die Wirtschaft auf, wenn das Energiesystem sofort umgebaut wird.

Es ist sehr wohl möglich, das heutige ausgesprochen komfortable Leben in den Industrienationen weiterzuführen und eine angenehme Lebensweise auf vergleichbar hohem Niveau in der Zukunft zu ermöglichen. Ohne Verzichtsreligion oder Ego-brutalismus!
Die Autorin zeigt, wie der intelligente Energiemix im Jahr 2020 aussehen muss, der uns ein Optimum an Energiesicherheit, ein Maximum an Klimaschutz und mit Hilfe des weltweiten Emissionsrechtehandels auch ein Minimum an Kosten bereiten würde.

Die weltweite Einführung eines konsequenten Emissionsrechtehandels wäre die effizienteste Form von Klimaschutz. Und: Claudia Kemfert macht vor allen Dingen deutlich, dass der Emissionshandel nicht nur die Staaten betrifft, sondern auch für Verbraucher und Mittelständler funktioniert.

Als Sofortmaßnahme müsste die Politik aber schon jetzt durch gezielte Maßnahmen die richtigen Anreize setzen, damit Klimaschutz attraktiver und ökonomisch interessanter wird und die Unternehmen sich auf klimabewusste Geschäftsmodelle einlassen.
Denn die Klimamärkte der Zukunft, von innovativen Technologien über Klima-Produkte bis hin zu Immobilien und Finanzmärkten, sind schon längst Gegenwart. Die Erdatmosphäre braucht Klimaschutz. Und der Konsument will Klimaschutz. Zum Klima gibt es also reichlich Gutes zu berichten, resümiert Claudia Kemfert in „Die andere Klima-Zukunft".

Kernbotschaften:

Claudia Kemfert zeigt
  • Klimaschutz spart Geld. Wenn jetzt die richtigen Schritte eingeleitet werden, spart Deutschland 800 Milliarden EURO bis zum Jahr 2050, die uns der Klimawandel sonst kosten würde.
  • Wir können klimaneutral leben. Wenn wir wollen, sofort! Jeder kann seinen individuellen CO2-Fußabdruck auf Basis seines jetzigen Lebensstandards ermitteln.
  • Klimaschutz lohnt sich - nicht nur für die Umwelt und fürs gute Gewissen, sondern auch finanziell. Bei klugen Investitionen bringt Klimaschutz nämlich sogar Gewinn - volkswirtschaftlich sowieso, aber auch für den einzelnen Unternehmer oder Arbeitnehmer.

Claudia Kemfert fordert

  • die Politiker auf, endlich die Energiewende einzuleiten, 1,3 Milliarden Euro aus der Kohlesubventionierung zu nehmen und direkt in die Erforschung innovativer Energien umzuleiten!
  • die Unternehmen auf, Ihre Energiekosten zu senken, und 10 Prozent ihres Gewinns in die Erforschung und Entwicklung klimaschutzrelevanter Produkte und Dienstleistungen zu stecken!
  • die Verbraucher auf, klimabewusst zu konsumieren und jeden Tag bewusst 70 Cent für den Klimaschutz auszugeben, sei es durch Ökostrom, Energiesparlampen, durch ein Hybrid- oder Elektroauto oder regionale Produkte!

Zielgruppe:

  • Für die Entscheider in Wirtschaft und Politik, die von unabhängiger Seite erfahren wollen, um welche wirtschaftlichen Interessen es bei Klimaschutz und Energie wirklich geht.
  • Für Politisch Aktive, die sich fragen, wie sie Klimaschutz betreiben können, ohne die Wirtschaft in den Ruin zu treiben.
  • Für Verbraucher, die Lifestyle und Ökologie unter einen Hut bringen wollen, und die wissen wollen, wie der Emissionsrechtehandel eigentlich funktioniert.
  • Für Manager, die konkrete Argumente und Fakten für nachhaltiges Wirtschaften suchen.

Die Autorin:

Als die Klimadebatte noch gar nicht begonnen hatte, war die Klimaökonomin und Energieforscherin Claudia Kemfert schon damit beschäftigt, zu errechnen, was uns die Klimazukunft bescheren würde.

Professor Kemfert gehört zu den international renommierten Wirtschaftswissenschaftlern, die sich mit den ökonomischen Folgen des Klimawandels auseinander setzen. Ihr Antrieb ist die Begeisterung für übergeordnete Zusammenhänge und für die ungewisse Zukunft, für Zahlen und für Mathematik.

Claudia Kemferts Forschungsthemen sind Energie, Verkehr und Klimaschutz. Mit ihrer Forschung möchte sie sensibilisieren, eine Panikmache im Hinblick auf den Klimawandel dagegen verhindern. Sie sieht sich selbst als Aufklärerin, nicht als Missionarin.
Vielfach hat sie bereits die Rolle einer Vorreiterin eingenommen, sei es als erste Juniorprofessorin, die auf eine ordentliche Professur berufen wurde oder als erste weibliche Abteilungsleiterin des DIW. Auch im Berater-Team um EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso, der High Level Group on Energy, ist sie das erste und einzige weibliche Mitglied.
Sie ist DIE Expertin in Deutschland, wenn es um die Themen Klimaschutz und Energieversorgung geht. Auch zu Fragen der Energiereserven und alternativen Zukunftsenergien ist ihre Meinung in den Medien immer gefragt. Wichtig ist ihr dabei, die Debatte um den Klimawandel unabhängig und vorurteilsfrei auf den Punkt zu bringen.
Claudia Kemfert, am 17. Dezember 1968 in Delmenhorst geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Bielefeld und Oldenburg sowie Stanford, wo sie 1998 promovierte. Heute ist sie Professorin für Umweltökonomie an der Humboldt-Universität Berlin. Seit April 2004 leitet sie die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Neben der Forschung nimmt auch die Politikberatung einen wichtigen Teil ihrer Arbeit ein, in der sie Gutachten erstellt und ihre Forschungszahlen verständlich aufbereitet. Sie beträt neben EU-Kommissionspräsident Barroso auch die Weltbank, Wirtschaftsminister Glos und Umweltminister Gabriel.

Fünf Fragen an die Autorin

Warum haben Sie dieses Buch geschrieben?

Es gibt viele Menschen, die sich nicht täglich mit den neusten Nachrichten über Klimawandel und Energieversorgung beschäftigen können. Trotzdem wollen sie diese wichtigen Zukunftsthemen endlich verstehen. Deswegen möchte ich in dem Buch die wissenschaftlichen Fakten möglichst komprimiert, verständlich und auch unterhaltsam vermitteln. Wir haben in Deutschland keine Energielücke, wir haben eine Informationslücke - die möchte ich schließen!
Zudem gibt es im Themenfeld Energie und Klima so viele Interessen und Ideologien wie in kaum einem anderen Bereich. Die rhetorischen Scheingefechte der Lobbyisten führen jedoch zu Ermüdung, Hilflosigkeit und Lethargie. Das möchte ich durchbrechen.
Schließlich haben wir allen Grund zu Optimismus: Klimaschutz und eine sichere Energieversorgung sind vereinbar! Klimaschutz schafft Arbeitsplätze! Klimaschutz ist der Wirtschaftsmotor der nächsten Jahrzehnte! Statt in Klima-Depressionen zu verfallen, können wir also ganz optimistisch in die Zukunft schauen, wenn wir entschlossen zur Tat schreiten.

Werden die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft für den Klimaschutz auf etwas verzichten müssen?

Wer Verzicht predigt, lenkt die Diskussion in die falsche Richtung. Wir müssen nicht weniger, sondern anders, eben klimabewusst konsumieren: Ob Energiesparlampen, Öko-Strom oder regionale Lebensmittel - wichtig ist, dass wir uns für klimafreundliche Produkte entscheiden. Je früher die Konsumenten diese nachfragen, desto eher werden die Unternehmen sie anbieten.
Jeder Einzelne kann durch sein Verhalten aktiv zum Klimaschutz beitragen - wohlgemerkt ohne Verzicht, sondern mit Spaß und Lebensfreude. Dazu muss man zunächst aus dem „Klima-Karussell", in dem jeder nur auf den anderen zeigt, aussteigen; dann geht es vorwärts, statt immer nur im Kreis! Durch klimabewussten Konsum kann man die Klimaschutz-Wirtschaft auf die Ziellinie bringen: Wenn jeder von uns pro Tag 70 Cent, also den Preis für eine Kugel Eis, für den Klimaschutz ausgibt, kommt der Klima-Markt richtig in Schwung.

Was raten Sie den Politikern?

Die Wirtschaft braucht möglichst bald, möglichst langfristige und sichere Rahmenbedingungen. Die Politiker müssen Kurs halten und nicht bei jeder kleinen Windböe vom Kurs abkommen. Außerdem müssen wir dafür Sorge tragen, dass innovative Energietechniken erforscht und entwickelt werden und möglichst rasch auf den Markt kommen können. Dazu sollten die Forschungsgelder deutlich erhöht werden. Ganz dringend benötigen wir zudem ein Energieministerium, das die Interessen von Energie-Erzeugern, Versorgern und Verbrauchern bündelt und im Energiemarkt durch klare Regelungen endlich wirklich freien Wettbewerb ermöglicht.

Wie lässt sich Klimaschutz für jeden einzelnen in den Alltag einbetten?

Wichtig ist es, beim Shopping bewusst auf den „CO2 Fußabdruck" zu achten! Wer zum Beispiel keine Krabben kauft, die klimaschädlich Tausende von Kilometern um die Erde geflogen wurden, sondern lieber heimische Fische, hilft nicht nur dem Klima, sondern auch der hiesigen Wirtschaft. Wer eine Öko-Kiste abonniert, bekommt regelmäßig Gemüse der Saison und der Region - das ist lecker, gesund und schont das Klima.
Man sollte sich ein Auto mit geringem Spritverbrauch kaufen, das schont den Geldbeutel beim Tanken, bei den Steuern und der Versicherung - aber eben auch das Klima. Bei gutem Wetter kann man natürlich auch mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, das hält obendrein fit. Sinnvoll ist es auch, die bei Flugreisen entstandenen CO2-Emissionen zu neutralisieren, zum Beispiel bei www.atmosfair.de. Das ist gar nicht teuer und hilft dem Klimaschutz in der ganzen Welt. Ökostrom zu nutzen, ist auch längst kein Luxus mehr, im Gegenteil: Je mehr Ökostrom kaufen, desto billiger wird er. Das gilt übrigens für alle klimafreundlichen Produkte!

Was hat Sie bei Ihren Untersuchungen für das Buch am meisten überrascht?

Viel mehr Unternehmen, als man gemeinhin denkt, sind schon in den wachsenden Klima-Markt eingestiegen. In der öffentlichen Diskussion heißt es immer: Klimaschutz führt dazu, dass Arbeitsplätze verloren gehen - das Gegenteil ist richtig. Am meisten hat mich bei meinen Recherchen erstaunt, dass sogar Unternehmen, die in der Öffentlichkeit das Gegenteil behaupten, sich längst auf den Klimamarkt der Zukunft eingestellt haben. Sie jammern offenbar nur deshalb lautstark, weil sie so lange wie möglich mit dem energieintensiven sterbenden Geschäftszweigen der Vergangenheit noch Geld verdienen wollen. Sicherlich: Es gibt auch Verlierer im Klimaschutz, aber eben nicht nur. Das war mir immer klar. Dennoch: Mich hat die Größenordnung überrascht, mit der die Unternehmen schon heute Geld mit Klimaschutz verdienen. Kurz: Alles, was dem Klima hilft, ist gut.

DIE ANDERE KLIMA-ZUKUNFT - Innovation statt Depression
Murmann Verlag, Hamburg 2008, 264 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
€ (D) 19,90 / sFr. 35,90 / € (A) 20,50
ISBN 978-3-86774-047-0
Erschienen am 10. September 2008

Quelle: Murmann Verlag