Landesarbeitsgemeinschaft fordert Ausbau Erneuerbarer Energien anstelle einer Rückkehr ins Atomzeitalter

(openPR) - Die von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers einberufene Zukunftskommission NRW 2025 schlägt in Ihrem gestern veröffentlichten Bericht „Innovation und Solidarität“ den Bau eines neuen Atomkraftwerks in NRW vor. Die Landesarbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie NRW hält diesen Vorschlag der Kommission aus ökonomischer und ökologischer Perspektive für nicht tragbar! Die Branche zeigt sich zudem entsetzt über die Tatsache, dass Erneuerbare Energien in dem Bericht der Zukunftskommission kaum eine Rolle spielen.

„Eine Zukunftskommission für NRW, die Kernenergie befürwortet und Erneuerbare Energien ignoriert, hat diesen Namen nicht verdient“ sagt Henning Mümmler, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft. „Es sind die Erneuerbaren Energien die in den vergangenen Jahren 30.000 Arbeitsplätze zwischen Rhein und Weser geschaffen haben, nicht die Kernenergie! Wir ermutigen die Landesregierung dazu, beim Ausbau der Erneuerbaren Energien endlich den Fuß von der Bremse zu nehmen und die Anstrengungen in diesem Bereich deutlich zu erhöhen!“

Gegenwärtig decken die Erneuerbaren Energien nur ca. 7% des Stromverbrauchs in NRW. Die heutigen Regierungsfraktionen haben seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2005 den Ausbau der Windenergie und damit der effektivsten Form der regenerativen Energieerzeugung immer wieder massiv behindert. Durch die Einführung von übertriebenen Höhenbegrenzungen, Abstandsregelungen und Kompensationsleistungen bleiben derzeit viele für die Windenergie geeignete Flächen ungenutzt, von denen aus hunderttausende Haushalte mit günstigem Strom versorgt werden könnten. Darüber hinaus sind auch die Fördermittel für die Erneuerbaren Energien in der Vergangenheit massiv gekürzt worden.

Es gibt viele gute Gründe dafür, dass Kernenergie im Bericht einer Zukunftskommission überhaupt nichts zu suchen hat. Manche davon nennt der Bericht sogar selbst: Strom aus neu gebauten AKWs ist teuer und auf die Importe von weltweit nur begrenzt vorhandenem Uran angewiesen. Weiter blockiert er Innovationen in anderen Energietechnologien, vor allem der Erneuerbaren Energien. Zu der vollständigen Wahrheit gehört auch, dass Atomkraftwerke mehrere Stunden benötigen, um an- bzw. heruntergefahren zu werden und dadurch äußerst unflexibel sind. Da in Zukunft ein Großteil des Stroms aus den in ihrem Einspeiseverhalten schwankenden Energieträgern Wind und Sonne gewonnen werden wird, taugen Atomkraftwerke nicht für den Energiemix der Zukunft und drohen eher die Netze zu verstopfen! Darüber hinaus wäre ein Neubau ohne massive Subventionen aus der öffentlichen Hand nicht zu realisieren.

Weiter wird in dem Bericht die Endlagerfrage als „politisch nicht geklärt“ bezeichnet. Fakt ist aber, dass sich die Endlagerfrage auch praktisch nicht klären lässt, ohne nachfolgenden Generationen für Jahrtausende tödlich strahlenden Müll zu hinterlassen. Wie es um die Sicherheit der vorhandenen Lagerstätten bestellt ist, lässt sich im gegenwärtig absaufenden Zwischenlager Asse beobachten. Darüber hinaus kann auch keine Rede davon sein, dass Deutschland derzeit von Atomenergie befürwortenden Staaten eingekreist werde. Zwar existieren in manchen Ländern Pläne zum Neubau von Atomkraftwerken, ob diese jedoch auf Grund der hohen finanziellen Belastungen umgesetzt werden, ist fraglich.

„Die Vertreter der konventionellen Energiewirtschaft versuchen in dem Bericht einmal mehr die schmutzige Wahrheit über Kernenergie zu verzerren und ihre Gegner als „Ideologen“ abzustempeln. In Wahrheit geht es ihnen dabei nur um die Maximierung ihrer betriebswirtschaftlichen Gewinne, ohne dabei die volkswirtschaftlichen Kosten für die Endlagerung von Atommüll und eventuelle Folgeschäden einer Katastrophe übernehmen zu wollen“ sagt Friedbert Agethen von der Landesarbeitsgemeinschaft.
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