Solarbranche will sich mit Schutzzöllen verbarrikadieren

1250846474i4231.jpgSolarWorld fordert "Buy European"-Regelung - Analysten skeptisch

Branche fordert Schutzzölle (Foto: aboutpixel.de, stormpic)

Frankfurt Oder/Frankfurt Main (pte/21.08.2009/11:45) - Die deutsche Solarindustrie fühlt sich von der chinesischen Konkurrenz mit Dumpingpreisen in die Enge getrieben. Nun fordert man Bundesregierung sowie EU-Kommission auf, die Preispolitik der Asiaten stärker unter die Lupe zu nehmen und Schutzzölle zur Kompensation einzuführen. Obwohl diese radikale Maßnahme zumindest kurzfristig für Entspannung sorgen dürfte, zeigen sich Insider skeptisch und befürchten eine neue Form des Öko-Protektionismus. Um sich gegen den Massenimport von Solarmodulen aus den USA zu wehren, spricht sich der SolarWorld-Chef Frank Asbeck auch für die Einführung einer "Buy European"-Regelung aus.


"Zwar belasten Überkapazitäten viele Solarkonzerne. Auch ist das Wirtschaftsumfeld derzeit alles andere als optimal. Ob man die Situation jedoch mit Schutzzöllen und Protektionismus lösen kann, wage ich zu bezweifeln", sagt Götz Fischbeck, Solar-Analyst bei der Privatbank BHF http://www.bhf-bank.de, auf Nachfrage von pressetext. Vielmehr seien die teils großen Steuererleichterungen von Ländern wie Malaysia problematisch. So würden sich europäische Anbieter wie Q-Cells, die aufgrund von Steueraspekten dort selbst Produktionsanlagen haben, mit Forderungen wie diesen teilweise ins eigene Fleisch schneiden, fügt Fischbeck hinzu.

Laut Conergy-Chef Dieter Ammer liegen die aktuellen Preise "am Rande von Dumping". Bei dem aktuellen Niveau sei es selbst für Produzenten aus China ohne Staatshilfen kaum möglich, profitabel zu arbeiten. Einen Vorteil hätten sie nur bei den Kostenblöcken Arbeit und Energie. Die Einschätzung bezüglich Dumpingpreisen teilt die Solarbranche großteils. Die Forderung Asbecks kommt nicht von ungefähr. Sowohl China als auch die USA haben Klauseln in ihren Förderprogrammen für erneuerbare Energien. Die EU hatte sich mit Protektionismusregeln in Form von "Buy European"-Maßnahmen für die Branche bislang eher noch zurückgehalten.

Einem Handelsblatt-Bericht nach kommt der Ruf nach den vermeintlichen Schutzaktivitäten nicht unerwartet. Schließlich sehe sich die deutsche Solarindustrie seit Herbst vergangenen Jahres mit einem Preisabschlag für Module und Zellen von bis zu 30 Prozent konfrontiert. Als Ursache für diese Entwicklung wurde vor allem die starke Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe für große Solarprojekte angeführt. Dem Bericht nach hätten Bankenhäuser wie die WestLB oder die Royal Bank of Scotland die Finanzierungen bereits komplett eingestellt. Den Forderungen aus der Branche nach soll nun der deutsche Staat mehr Engagement zeigen.

"Keine Frage, es gibt teilweise unfairen Wettbewerb. Dennoch sollten gerade die deutschen Anbieter nicht vergessen, dass die Solarindustrie stark gefördert wird. Vor allem im Bereich der teuren Forschung und Entwicklung müssten viele Unternehmen diese Kosten sonst selbst tragen", sagt Fischbeck gegenüber pressetext. Eine "unerlaubte Beihilfe" sehen Asbeck und Ammer dagegen darin, dass chinesische Banken einheimischen Konzernen wie Yingli bei der Finanzierung von Projekten in Europa zur Seite stehen. Auch bräuchten die Kunden erst nach einigen Monaten zu bezahlen, wenn sich gezeigt habe, dass die Anlagen laufen. (Ende)

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=090821015
Aussender: pressetext.deutschland

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