Sonnige Aussichten für Sachsen

Photovoltaikbranche baut Kapazitäten weiter aus

Hamburg/Dresden (ots) - Mit über 3.500 Beschäftigten und mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz (2008) gehört die Solarbranche zu den tragenden Säulen der Wirtschaft in Sachsen. "In den letzten Jahren haben sich im Freistaat zahlreiche Photovoltaik-Unternehmen etabliert", berichtet Oliver Jörk, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, Dresden. "Viele von ihnen agieren auch global sehr erfolgreich.

Die Solarbranche profitiert dabei von der langen Tradition Sachsens als Halbleiterstandort - weltweit bekannt als "Silicon Saxony" - und einer engen Verknüpfung von Industrie und Forschung." Viele der sächsischen Unternehmen engagieren sich zusätzlich im Spitzencluster "Solarvalley Mitteldeutschland", das namhafte Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft entlang der gesamten Photovoltaik-Wertschöpfungskette vereint, um die internationale Spitzenposition der Region weiter auszubauen.

In dem Forschungsverbund engagiert sich beispielsweise auch der SolarWorld-Konzern, der seine Aktivitäten im Freistaat weiter ausbaut. "Seit mehr als 15 Jahren produzieren wir in Sachsen photovoltaische Produkte höchster Qualität", sagt Mario Behrendt, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Solar AG, Freiberg. "Wir profitieren dabei von Erfahrung und Wissen unserer motivierten Mitarbeiter, einer ausgezeichneten Infrastruktur und einem Cluster aus Forschungseinrichtungen und Universitäten. Genügend Gründe, unser Engagement in Sachsen nicht nur zu erhalten, sondern zu verstärken." Erst kürzlich feierte SolarWorld Richtfest für ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Freiberg. Das Unternehmen will seine Silizium-Wafer-Kapazitäten langfristig auf ein Gigawatt ausbauen und auch die Solarmodulfertigung erweitern.

Ein weiteres Plus für den Standort ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Photovoltaikherstellern und ihren Zulieferern. Auch sie sind in Verbünden wie "Silicon Saxony e.V." oder dem Industriellen Netzwerk Erneuerbare Energien Sachsen (EESA) sowie im Spitzencluster "Solarvalley Mitteldeutschland" sehr aktiv. Die VON ARDENNE Anlagentechnik GmbH, Dresden, beispielsweise fertigt Industrieausrüstungen zur Herstellung von Photovoltaik-Modulen. Dabei hat das Unternehmen Anlagen für verschiedene Dünnschichttechnologien im Portfolio und ist breit aufgestellt, sagt Andreas Mokansky, Geschäftsbereichsleiter Akquisition/Vertrieb: "Wir stellen auf der PVSEC unsere modulare Maschinenplattform PIAnova vor. Mit dem horizontalen Sputtersystem können Front-, Rückkontakt- und Precursorschichten für photovoltaische Anwendungen abgeschieden werden." Dieses effektive Konzept erlaubt die ständige Optimierung des Schichtstapels und die Aufskalierung der Beschichtungsflächen, so Mokansky. "Mit PIAnova bietet VON ARDENNE jetzt erstmals eine einheitliche und dennoch flexible Produktionsanlage für die typischen Applikationen der Dünnschicht-Photovoltaik. Mit konfigurierbaren Produkten reagieren wir auf die Anforderungen unserer Kunden. Hohe Produktivität bei niedrigen Herstellkosten und höchster Zuverlässigkeit."

Dieser praktische Erfolg basiert auf der intensiven Grundlagen- und angewandten Forschung der 14 Fraunhofer-Institute, wovon elf in Dresden ansässig sind. "Sachsen nimmt auf dem Gebiet der organischen Elektronik und speziell der organischen Solarzellen eine führende Stellung ein", unterstreicht Dr. Christian May, Geschäftsfeldleiter "Organische Materialien und Systeme" am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS), Dresden. "Das Fraunhofer IPMS stellt mit seinem Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden (COMEDD) sächsischen Unternehmen eine einzigartige Kombination aus Anlagentechnik und technologischem Knowhow zur Verfügung, mit der die Unternehmen ihre Produkte marktreif entwickeln können."

Aus den sächsischen Forschungsinstituten kommen nicht nur neue Technologien, dort liegt auch die Keimzelle innovativer Firmen. So entstand die Heliatek GmbH, Dresden/Ulm, als gemeinsame Ausgründung der TU Dresden und der Universität Ulm. Zu den Geldgebern des jungen Unternehmens gehören unter anderem Bosch und die BASF AG. Heliatek entwickelt flexible Solarzellen aus organischen Materialien. Erst kürzlich erreichte eine Tandem-Solarzelle des Unternehmens mit einer Fläche von zwei Quadratzentimetern 6,07 Prozent Wirkungsgrad. "Diese Rekordwerte verdeutlichen, dass wir unserem Ziel näher kommen, leichte und flexible Solarzellen zu einem sehr attraktiven Preis herzustellen und zu vertreiben", bestätigt Heliatek-CEO Dr. Andreas Rückemann. "Heliatek profitiert von den nahezu idealen Bedingungen, die der Standort Dresden in Europas führender Region für organische Elektronik bietet."

Den Schritt vom "lab to fab" hat Signet Solar aus Mochau/ Dresden bereits erfolgreich realisiert. "Signet Solar ist ein Global Player, doch unser Herz schlägt hier in Sachsen", sagt Gunter Ziegenbalg, Geschäftsführer der Signet Solar GmbH. "Hier haben wir in Rekordzeit unsere erste Fertigungslinie aufgebaut und hier treiben wir Innovationen bei der Solarzellenentwicklung und der vollautomatisierten Produktion voran." Schneller als bei Signet Solar ist bislang weltweit keine SunFab-Dünnschichtlinie von Applied Materials in Betrieb gegangen - im vergangenen Jahr produzierte Signet Solar das weltweit erste, großflächige Dünnschicht-Modul der so genannten Generation 8.5 (Maße: 2,20 m x 2,60 m). Größere Solar-Module sind auf dem Weltmarkt zurzeit nicht verfügbar. Außerdem plant das Unternehmen derzeit die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten.

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