19.03.2007: Golfstrom trotzt Klimawandel

Meeresforscher rechnen trotzdem mit langfristiger Schwächung

Kiel (pte/16.03.2007/17:00) - Der Einfluss des Klimawandels auf die Aktivität des Golfstroms ist noch nicht spürbar. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts von Wissenschaftlern am Leibniz-Institut für Meeresforschung (IFM-GEOMAR) http://www.ifm-geomar.de/ und der Christian-Albrechts-Universität http://www.uni-kiel.de/ in Kiel. Zwar registrierten die Forscher bei Messungen von Meeresströmungen im Nordatlantik starke Schwankungen - diese seien allerdings auf natürliche Ursachen zurückzuführen. "Trotzdem vermuten wir, dass der Klimawandel den Golfstrom langfristig abschwächen wird", sagt Jürgen Willebrand vom IFM-GEOMAR im Gespräch mit pressetext.

"Einige unserer ausländischen Kollegen meinten, bereits erste Anzeichen für solche Veränderungen in vorhandenen Messdaten erkennen zu können", sagt Claus Böning vom IFM-GEOMAR. "Dies konnte in den von uns durchgeführten Langzeitbeobachtungen nicht bestätigt werden." Für ihre Studie untersuchten die Kieler Wissenschaftler Meeresströmungen am Ausgang des Labradorsees. Dort stürzen die Wassermassen in eine Tiefe von bis zu 2,5 Kilometern hinab und fließen zurück nach Süden. Anders als erwartet registrierten die Forscher zwar große Schwankungen über Zeiträume von Wochen und Monaten. "Wir konnten aber keine langfristigen Trends erkennen", sagt Willebrand. Die Schwankungen seien vielmehr natürliche Variationen. "Trotzdem gehen wir davon aus, dass der
Golfstrom wegen der globalen Erderwärmung bis zum Jahr 2100 schwächer werden wird."

"Dadurch könnte die zu erwartende Klimaerwärmung in Europa etwas moderater ausfallen", sagt Böning. Der nördliche Nordatlantik spielt für das Weltklima eine entscheidende Rolle. Denn das Absinken von Wassermassen in große Tiefen treibt die globale Ozeanzirkulation an, die über den Golfstrom zum milden Klima in Nordeuropa beiträgt. Zugleich ist
dieser Prozess allerdings sehr empfindlich: So haben Veränderungen dieser Prozesse in der Vergangenheit schon rasche globale Klimaänderungen verursacht. "Für die weitere Forschung haben diese Forschungsergebnisse eine große Bedeutung, weil wir viel über die natürlichen Schwankungen der Meeresströmungen erfahren haben", sagt Wille. "Diese Ergebnisse müssen nun bei Modellen und Simulationen mit berücksichtigt werden, um etwa die Auswirkungen des Klimawandels auf den Golfstrom zu untersuchen." (Ende)

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070316035
Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Christoph Marty
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