Agrargipfel im Bonsai Format

WWF: Treffen ist zur überflüssigen Messefolklore verkommen

Berlin (ots) - Vertreter von über 50 Regierungen sind Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigners Einladung zum 2. Agrarministergipfel nach Berlin gefolgt. Sie diskutierten die Rolle der Landwirtschaft bei der Sicherung der Ernährungssicherheit und dem Schutz des Klimas. "Mehr als warme Worte kamen bei dem Treffen jedoch nicht heraus", so die Einschätzung von Matthias Meißner, Agrarreferent des WWF Deutschland.

Die Abschlusserklärung sei eine Ansammlung von schwachen Formulierungen. Handlungsempfehlungen und Zielvorgaben suche man vergeblich. Die Minister konstatierten, dass die Branche stark unter dem Klimawandel zu leiden habe, aber sie bekannten sich nicht zu einem konkreten Klimaschutzprogramm. Der WWF betont: "weltweit gehen mindestens 14 Prozent des Treibhausgasausstoßes direkt auf das Konto der Landwirtschaft. Hinzu kommen Emissionen, die durch die Umwandlung von Wäldern zu Ackerland freigesetzt werden." Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Leider wehre sich die Branche nach wie vor gegen konkrete Klimaschutzvorgaben. Klare Worte zur Umsetzung seien die Minister bei dem Treffen in Berlin schuldig geblieben. Viele wichtige Themenbereiche, wie der Schutz der weltweiten Biologischen Vielfalt; der Schutz von natürlichen Ressourcen und Konsumveränderungen fehlten im Papier gänzlich.

"Das vollmundig zum Agrargipfel deklarierte Treffen ist erneut zur überflüssigen Messefolklore zur Grünen Woche verkommen", so Matthias Meißner. Es werde höchste Zeit, dass das Bundesministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) seine Hausaufgaben erledige. Dazu gehöre es, die Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft voranzutreiben. Leider ließen die der jüngsten Äußerungen von Ministerin Ilse Aigner zur Klimarelevanz der Landwirtschaft kein Umdenken erkennen. Die vom BMELV angestrebte Führungsrolle Deutschlands werde nur umsetzbar sein, wenn BMZ und BMELV gemeinsam ihre Politik das Thema Sicherung der Welternährung an konsequenten Nachhaltigkeitskriterien ausrichten und die schwächelnden UN-Prozesse neu beleben.

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