CARE: Klimadeal muss fair für Arme sein

Scharrenbroich: "Nicht von Profitgier leiten lassen"

Bonn (ots) - Drei Tage vor dem Start der Klimakonferenz in Kopenhagen fordert Heribert Scharrenbroich, Vorsitzender von CARE Deutschland-Luxemburg, die Regierungschefs auf, sich bei ihren Verhandlungen vom Schicksal der ärmsten und bedürftigsten Menschen und nicht der Profitgier ihrer Wirtschaftslobby leiten zu lassen. "Verlust an Agrarland und Klimakatastrophen vergrößern die Zahl der Erwerbslosen und Hungernden. Regierungen, die sich konkreten Verabredungen verweigern, weil sie vor ihrer Industrielobby nachgeben, verstoßen gegen das Menschenrecht auf Nahrung. Das gilt auch für Präsident Obama, wenn er seinen Schlingerkurs beibehält und die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Davon kann auch kein Friedensnobelpreis ablenken."

Vor allem seien drei Schritte notwendig: massive Reduzierung der CO2-Emissionen, Bereitstellung ausreichender Finanzmittel, um den Klimawandel aufzuhalten, sowie Investitionen in Anpassungsmaßnahmen für Arme. "Kopenhagen wird nur dann erfolgreich, wenn der Deal fair für die Menschen ist, die am wenigsten zur Klimakatastrophe beitragen." Vor allem Frauen müssten in die Lösungen zum Klimawandel integriert werden, denn sie seien diejenigen, die für die Feldarbeit, Ernährung und Wasserholen zuständig sind. "Frauen sind besonders wichtige Akteure der Anpassung", so Scharrenbroich.

Der CARE-Vorsitzende weist darauf hin, dass die Kosten für Anpassung auch davon abhängen, wie stark die Industrie- und Schwellenländer ihre Emissionen jetzt reduzieren. Nur geringfügige Treibhausgasreduzierungen würden demnach den Bedarf an Investitionen für Anpassung stark erhöhen. Ein aktueller Bericht der Weltbank beziffert die Kosten für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern auf 75 bis 100 Milliarden US-Dollar jährlich zwischen 2010 und 2050. "Dieser Betrag beinhaltet allerdings nicht die realen Kosten des Klimawandels", sagt Scharrenbroich. "Immaterielle Werte wie Todesfälle, Hungersnöte sowie Schädigung und Verlust von Ökosystemen sind darin nicht enthalten."

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