Fossile Korallenriffe überlebten große Hitze

Experte warnt vor verfrühten Hoffnungen

Untersuchungen an der Huon Halbinsel

Brisbane/München (pte/04.03.2010/06:05) - Fossile Korallenfunde von vor 500.000 Jahren deuten darauf hin, dass die riffbildenden Organismen im Laufe der Zeit größeren Hitzestress vertragen haben, als bisher angenommen. Demnach hatten die Korallen offensichtlich nicht nur höhere Temperaturen, sondern auch große Meeresspiegelschwankungen überlebt, berichten Forscher des ARC Center of Excellence for Coral Reef Studies http://www.coralcoe.org.au der Universität Queensland.


"In dieser paläontologischen Arbeit haben australische Kollegen acht fossile Korallenriffe in der Huon Golf Region in Papua Neuguinea untersucht", erklärt Korallenexperte Christian Wild von der Universität München http://www.palmuc.de/core/ im pressetext-Interview. "Im Untersuchungsgebiet fiel der Meeresspiegel im Pleistozän um ganze 120 Meter unter den heutigen Stand, so Wild. "Dies sind die extremsten Veränderungen, die uns aus der jüngeren Erdgeschichte bekannt sind."

Komplexität des Ökosystems blieb

"Als die Meeresspiegel dramatisch fielen, kam es zu einem bedeutender Rückgang von Korallen - und vor allem zu einer Fragmentierung der Riffe", so Studienleiter John Pandolfi vom ARC. Die untersuchten fossilen Korallenriffe hätten sich zwar in ihrer Artenzusammensetzung verändert, aber letztlich die typische und wertvolle Artenvielfalt (Biodiversität) und die Komplexität des Ökosystems trotz der extremen Umweltveränderung beibehalten. Diese Veränderungen wären in mancher Hinsicht mit jenen der Jetztzeit vergleichbar, meint der Forscher.

"Diese Riffe bieten Wissenschaftlern tatsächlich die einmalige Chance, die Effekte starker Klimaveränderungen auf Korallenriffe nachzuvollziehen", meint Wild. "Auch heute sind unsere rezenten Riffe von einer globalen Klimaveränderung mit einem vermutlich deutlichen Meeresspiegelanstieg betroffen."

Kein Grund zur Entwarnung

"Solche Befunde aus der Erdgeschichte scheinen also zunächst einmal Hoffnung zu geben für die Zukunft der globalen Korallenriffe", meint Wild. "Leider ist es aber so, dass unsere heutigen Korallenriffe nicht nur von Meeresspiegelveränderungen betroffen sind, sondern auch durch weitere Hauptkonsequenzen der globalen Klimaveränderung." Dazu gehören Erwärmung und Ansäuerung der Ozeane sowie zusätzlich eine ganze Reihe von anderen Stressfaktoren, die durch den Menschen verursacht werden, wie etwa Überfischung und starker Eintrag von Nährstoffen durch die Landwirtschaft.

"Ein Zusammenwirken solch unterschiedlicher Stressfaktoren wird man in der Erdgeschichte nicht finden können", meint der Experte. Daher lassen sich die Befunde der vorliegenden Studie nicht unmittelbar auf die modernen Korallenriffe übertragen.

"Der Artikel führt uns allerdings vor Augen, dass sich Korallenriffökosysteme schon immer durch eine sehr gute Regenerationsfähigkeit ausgezeichnet haben", betont Wild. "Wir sollten ihnen dazu aber auch die Möglichkeit geben, indem wir alle von uns verursachten schädlichen Einflüsse minimieren." (Ende)

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=100304002
Aussender: pressetext.deutschland

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