Internationales Symposium zur CCS-Technologie

170 Experten diskutieren CO2-arme Kohleverstromung

Essen/Köln (ots) - Wie lässt sich CO2 am wirksamsten aus den Rauchgasen von Kohlenkraftwerken entfernen? Wie ist der Stand von Forschung und Technik? Wie sehen die nächsten Schritte aus? Mehr als 170 Experten von vier Kontinenten tauschten sich auf Einladung von RWE Power dazu in Neuss aus.

Im Fokus stand die Technologie zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS), die als Schlüsseltechnologie zur Erreichung der weltweiten Klimaziele erachtet wird. "Die weltweite Bedeutung der Kohle für die Stromversorgung wird weiter zunehmen", erläuterte Gastgeber Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender von RWE Power. "Gleichzeitig wurden ambitionierte Ziele zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen vereinbart. Deshalb gehen wir voRWEg in Praxis und Theorie: Wir treiben Verfahren wie die CO2-Wäsche ebenso voran wie den Austausch renommierter Experten, um die Kohleverstromung klimafreundlicher und damit zukunftsfest zu machen."

Theorie und Praxis prägten auch die Veranstaltung: Vertreter von RWE Power, Linde und BASF präsentierten Deutschlands erste Anlage zur CO2-Rauchgasreinigung, die demnächst im Innovationszentrum Kohle von RWE Power im Rheinischen Revier in Betrieb gehen wird, nicht nur in Fachvorträgen. Die Experten von Universitäten, Instituten und Regierungen sowie Unternehmen und Verbänden hatten zudem Gelegenheit, die Anlage vor Ort in Niederaußem zu besichtigen. In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft mit vier Millionen Euro geförderten Vorhaben werden neu entwickelte Verfahren und Waschlösungen aus der Chemie getestet und auf den großtechnischen Kraftwerkseinsatz abgestimmt, um Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit der CO2-Rauchgasreinigung zu optimieren.

Die Teilnehmer der zweitägigen Veranstaltung erhielten einen Überblick über die weltweiten Aktivitäten im Bereich der CCS-Technologie sowie zum Stand der Forschung und ihren Perspektiven. Internationale Experten zum Beispiel aus England, den Niederlanden und den USA stellten ihre Projekte vor, wie etwa die Erprobung unterschiedlicher Amine als Waschlösungen an den Universitäten von Groningen und Austin (Texas). Auch eine Übersicht über Projekte in Norwegen und in den Vereinigten Staaten, wo CO2 schon seit längerer Zeit zur Unterstützung bei der Öl- und Gasförderung eingesetzt und unterirdisch gespeichert wird, stieß auf großes Interesse. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt Snøhvit, an dem RWE Dea beteiligt ist, um weiteres Know How auf diesem Gebiet zu erwerben. Die USA und Kanada verfügen zudem über weitreichende Erfahrungen beim Transport von CO2: Hier wird ein über 3.000 Kilometer langes CO2-Pipelinenetz störungsfrei betrieben.
Ziel der internationalen Forschung ist es, CCS für fossil gefeuerte Kraftwerke bis 2020 zur kommerziellen Einsatzreife zu bringen. Damit könnten 90 Prozent des Kohlendioxids eines Kraftwerks abgetrennt und anschließend in unterirdischen Speichern gelagert werden. RWE Power-Chef Lambertz betonte: "Die Testphase für CCS hat zwar gerade erst begonnen. In ihr stecken aber enorme Potenziale - für den Klimaschutz, aber auch für Anlagenbauer und Chemieproduzenten." Und weiter: "Um die Technologie einsatzreif zu bekommen, brauchen wir eine deutliche finanzielle und politische Unterstützung." Er betonte die Notwendigkeit, dass das Thema CCS nach den Bundestagswahlen ganz oben auf die politische Tagesordnung kommt. "Dazu gehört, dass wir sehr schnell ein gutes CCS-Gesetz bekommen."

Die CO2-Wäsche ist ein wichtiger Baustein des Innovationszentrums Kohle von RWE Power, das unter dem Leitsatz "Die Region forscht. Die Welt profitiert" steht. Weitere Komponenten sind die Hochleistungs-Entschwefelungsanlage REAplus, eine Anlage zur Vortrocknung von Braunkohle nach dem RWE Power-eigenen WTA-Verfahren und eine Algenkonversionsanlage, die CO2 aus Rauchgasen in Biomasse einbindet.

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