Tuvalu auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

thumb42045.gifErstes Solarprojekt als Inspiration zur Klimadiskussion

Montreal/Funafuti (pte/20.07.2009/06:05) - Sie gehören zu den Staaten, die den geringsten Beitrag zur Klimaerwärmung leisten, allerdings auch zu denen, die am schlimmsten unter den Folgen zu leiden haben. Die Rede ist von neun pazifischen Inseln, die von einem Konsortium von G8-Staaten bei der Umsetzung erneuerbarer Technologien unterstützt werden. Die Regierung von Tuvalu, eine der kleinsten Inselnationen im Pazifik, hat sich nun dafür ausgesprochen das Land bis 2020 ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

"Natürlich ist das für einige der Inseln eine absolute Neuheit", meint Johane Meagher, Direktorin der "e8" http://www.e8.org - einer Non-Profit-Organisation, die aus zehn Elektrizitätsunternehmen von G8-Staaten besteht, im pressetext-Interview. Doch die Tradition pazifischen Inseln zu helfen bestehe schon lange. "Wir sind sehr stolz darauf, dass e8 eine wichtige Rolle bei der Etablierung von sauberer Energieherstellung auf den Inseln spielt", so Meagher. Auf der Hauptinsel Funafuti hat die e8 eine 40 Kilowatt-Photovoltaikanlage, die größte des Landes, installiert. Am Dach des Stadions sorgen Photovoltaikelemente dafür, dass jährlich etwa 17.000 Liter Dieseltreibstoff eingespart werden können. Etwa fünf Prozent des Strombedarfs werden damit gedeckt und die CO2-Emissionen verringern sich um jährlich 50 Tonnen. Das Projekt in Tuvalu sei viel mehr als bloß die Lieferung von sauberem Strom, meint Meagher.

Tuvalu, dessen gesamte Landfläche nur knapp 26 Quadratkilometer umfasst, besteht aus fünf Atollen und vier flachen Koralleninseln. Allein schon der Transport von Dieselöl zur Befeuerung der Generatoren ist ein sehr gefährliches Unterfangen, da es auf allen Inseln mit Ausnahme des Hauptatolls Funafuti, keine Häfen gibt, sondern die Schiffsladungen mit Beibooten an Land gebracht werden müssen. Die Gefahr von Ölverschmutzungen ist sehr hoch. Kausea Natano, Tuvalus Minister für öffentliche Energieversorgung und Industrie, hoffen auch darauf, dass große Nationen dem Beispiel des kleinen Inselstaates nachfolgen.

Was Tuvalu und die rund 12.000 Tuvaluer in die Schlagzeilen der Weltpresse gebracht hat, war jedoch etwas völlig anderes. Dadurch dass alle neun Inseln des Landes nur wenige Meter über den Meeresspiegel liegen, fürchtet man sich vor der drohenden Flutkatastrophe, wenn sich der Pegel hebt." Beweise, dass dies passiert gibt es nicht", meint die australische Forscherin Fiona Kotvojs, die seit Jahren in Tuvalu tätig ist, im pressetext-Interview. Allerdings bedeutet dies noch keine Entwarnung, denn mit der globalen Erwärmung ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Wirbelstürmen gekommen. Zudem habe es vermehrt Springfluten gegeben, die große Teile des Hauptatolls Funafuti unter Wasser setzten.

Mit der Installierung der ersten Photovoltaikanlage gibt man sich in Tuvalu aber nicht zufrieden. Schon demnächst soll das ursprünglich mit 410.000 Dollar bezifferte e8-Projekt auf 60 Kilowatt Leistung vergrößert werden. Hinzu komme noch ein weiteres 800.000 Dollar schweres Photovoltaik-Projekt auf der Insel Vaitupu, um die dortige Motofua Secondary School mit Strom zu versorgen. Dieses Vorhaben, das bis Ende 2009 fertiggestellt werden soll, wird mit Spenden aus Italien finanziert. "Es mag sein, dass es auf der Welt größere Photovoltaikanlagen gibt, aber die Vorhaben in Tuvalu haben eine ganz andere, wesentlich größere Bedeutung", meint Takao Shiraishi, General Manager der Kansai Electric Power Company, einer der e8-Mitglieder. (Ende)

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=090720003

Aussender: pressetext.austria
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