05.02.2009: Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit

DUH veranstaltet 1. Kongress zum Thema Umweltgerechtigkeit

(pur). Die Emissionen aus Straßenverkehr und Industrie belasten arme Menschen besonders stark. Studien belegen, dass die Umweltbelastungen in den Stadtteilen mit sozial und gesellschaftlich benachteiligten Bevölkerungsgruppen deutlich höher sind, als in einkommensstärkeren Gebieten. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) veranstaltet daher den ersten bundesweiten Kongress zum Thema Umweltgerechtigkeit, um mit Vertretern von Kommunen, Sozial- und Umweltverbänden über kommunale Herausforderungen, Projekte und Lösungen an der Schnittstelle von Umwelt-, Gesundheits- und Sozialpolitik zu diskutieren. Vom 31. März bis 1. April 2009 lädt die DUH zum Kongress "Umweltgerechtigkeit - Handlungsmöglichkeiten für mehr soziale Gerechtigkeit durch kommunalen Umweltschutz" nach Frankfurt am Main ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten die Kommunen zur sozialverträglichen Gestaltung des Umweltschutzes haben und wie Synergieeffekte zwischen sozialen Belangen und Umweltschutz genutzt werden können.

Das Thema Umweltgerechtigkeit ist aus der internationalen Debatte um die Verteilung von Ursachen und Lasten des Klimawandels bekannt. Da die soziale Spaltung der Gesellschaft in Deutschland voranschreitet, ist die Frage nach mehr sozialer Gerechtigkeit im Umweltschutz jedoch auch hierzulande von politischer Bedeutung. Selbst wenn die Datenbasis zur Umweltgerechtigkeit durchaus ausbaufähig ist, lassen bereits existierende Studien darauf schließen, dass es in Deutschland einen Zusammenhang zwischen Armut und Umweltbelastungen gibt. Entscheidend für die Erreichung der umwelt-, energie- und klimapolitischen Ziele ist daher unter anderem, wie sozialverantwortlich die Politik sie gestaltet.

Einkommensschwache wohnen zum Beispiel häufiger an Hauptverkehrsstraßen und sind dadurch gesundheitsschädlichen Stoffen wie Schwefeldioxid, Feinstaub und Stickstoffdioxid stark ausgesetzt. Menschen mit niedrigem Einkommen haben somit ein höheres Risiko für verkehrsbedingte Krankheiten wie asthmatische Bronchitis oder Herzkreislauferkrankungen. Kinder aus armen Familien werden häufiger Opfer von Verkehrsunfällen und haben seltener Zugang zu nutzbaren öffentlichen Grünflächen. Für Hamburg stellte eine Studie fest, dass großtechnische Anlagen wie Kraftwerke, Müllverbrennungsanlagen und Raffinerien räumlich ungleichmäßig verteilt sind: Sie stehen besonders häufig in Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit und einer großen Anzahl von Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfängern. "Kommunaler Umweltschutz leistet einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit. Die Lebensqualität und das Sozialgefüge in den Stadtteilen verbessert sich mit einer sozialverantwortlichen Umweltpolitik, denn von einer sauberen Umwelt, öffentlichen Grünflächen und energetisch sanierten Häusern profitieren vor allem sozial benachteiligte Menschen", sagt Robert Spreter, Leiter der Abteilung Kommunaler Umweltschutz der Deutschen Umwelthilfe.

Ob Stadtplanung, Verkehrsentwicklung, Klimaschutz oder die Qualität öffentlicher Grünflächen - Entscheidungen über die Gestaltung der Umwelt und der Lebensverhältnisse werden in bedeutendem Maße in der Kommunalpolitik und  verwaltung getroffen. Der Kongress der Deutschen Umwelthilfe bietet erstmalig ein bundesweites Forum zum Austausch zwischen Experten und kommunalen Praktikern. Das Konzept der Umweltgerechtigkeit wird auf dem Symposium anhand von Praxisbeispielen aus Kommunen vorgestellt: Diskutiert werden die sozialen Auswirkungen von Umweltschutz zu den drei Schwerpunkten Verkehr und Lärm, Klimaschutz sowie Stadt und Grün.

Die Veranstaltung findet vom 31. März bis 1. April 2009 im Saalbau Gutleut, Rottweiler Straße 32 in 60327 Frankfurt am Main statt. Eingeladen sind Interessierte aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden der Bereiche Umwelt, Gesundheit, Verkehr, Städtebau, Soziales, Planung sowie interessierte Privatpersonen. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen zum Umweltgerechtigkeitsprojekt der DUH, zu Programm und Anmeldung finden Sie unter www.duh.de/umweltgerechtigkeit.html.

Der Kongress ist Teil des DUH-Projektes "Umweltgerechtigkeit", das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem  Umweltbundesamt gefördert wird. Kooperationspartner des Projektes ist der Deutsche Städtetag.
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