26.01.2009: Best Alliance Erdbeeren aus Spanien belasten Klima wie drei Kilometer Autofahrt

Product Carbon Footprint-Pilotpojekt stellt in Berlin Schlussbericht vor

Köln (ots) - Eine 500 Gramm Schale Best Alliance-Erdbeeren aus Spanien verursacht während ihres gesamten Lebenszyklusses mit 442 Gramm CO2, soviel Kohlendioxid-Ausstoß wie eine drei Kilometer lange Fahrt mit einem modernen Auto. Dies ist ein Ergebnis der heute (26.1.) in Berlin vorgestellten Abschlussstudie des Product Carbon Footprint Pilotprojektes Deutschland. Aufgrund des hohen Anteils der Verpackung der Erdbeeren am Carbon-Footprint (CO2-Fußabdruck) hat sich die REWE Group entschlossen, die Verpackungen umzustellen, um so den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern. Die Trägerschaft des Projektes, an dem sich die REWE Group und neun weitere Unternehmen beteiligt haben, liegt beim WWF, dem Potsdam-Insitut für Klimafolgenforschung, dem Öko-Institut und Thema1.

"Wir haben durch unsere Beteiligung an dem Pilotprojekt wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die in unsere Einkaufs- und Beschaffungspolitik mit einfließen. Wir haben aber auch gesehen, dass aufgrund der Variabilität und Komplexität der Faktoren es weder praktikabel noch sinnvoll ist, für jedes einzelne Produkt eines Supermarktes oder Discounters eine CO2-Bilanz zu erstellen. Aus unserer Sicht ist es eher sinnvoll, für größere Produktgruppen Schlüsselfaktoren der CO2-Emissionen zu identifizieren", so Guido Siebenmorgen, Leiter Strategischer Einkauf Frische/Produktion der REWE Group heute in Berlin. Aus diesen Gründen sehe die REWE Group für ihre Kunden weder einen Mehrwert noch eine Lenkungswirkung in einem CO2-Label.

Insgesamt lassen sich vier Hauptfaktoren bestimmen, die den CO2-Footprint der Best Alliance-Erdbeeren aus Spanien bestimmen. Knapp ein Drittel wird durch den rund 2.200 Kilometer langen LKW-Transport von Spanien nach Deutschland (Achern) verursacht. Da die empfindlichen Erdbeeren binnen 36 Stunden transportiert werden, scheiden alternative Transportmittel wie die Bahn aus. Hinzu kommt, dass lediglich ein LKW-Transport die entsprechende Flexibilität bietet, um zeitnah auf Schwankungen der Nachfrage reagieren zu können. Zudem gibt es während der Saison für spanische Erdbeeren von Ende Januar bis Anfang Mai in Europa keine alternativen Produktionsstandorte.

Auf das PET-Verpackungsmaterial entfallen 15 Prozent der Emissionen. Durch die Umstellung der bisher verwendeten PET-Deckel durch Folie ergeben sich nach ersten Schätzungen weitere Reduktionsmöglichkeiten. Die in Spanien auf den Erdbeerfeldern eingesetzten Folien zum Schutz der Pflanzen, verursachen rechnerisch 61 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß (14%). Ein Verzicht auf diese Folie ist nicht möglich, da sich ansonsten die Erträge deutlich verringern. Der vierte Faktor ist die Fahrt der Kunden zum Supermarkt. Die rechnerisch zugrunde gelegten fünf Kilometer pro Fahrt gehen mit 65 Gramm CO2 (15%) in die Gesamtbilanz der Best Alliance-Erdbeeren ein. Hierbei bieten sich mit der Nutzung von Bus, Bahn oder Fahrrad deutlich Reduktionsmöglichkeiten. Die Eröffnung von Supermärkten und Discountern in den Innenstädten - wie es die REWE Group praktiziert - schafft dazu gute Voraussetzungen.

Nachhaltigkeit bei der REWE Group

Die umfassende Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group ruht auf den vier Säulen: Mitarbeiter, Energie, Klima und Umwelt, Grüne Produkte sowie gesellschaftliches Engagement. In jedem dieser Felder entwickelt das Unternehmen eigene Aktivitäten.

Best Alliance

Mit Best Alliance beschreitet die REWE Group neue Wege im Lebensmittelhandel: Im Zuge von Vertragsanbau-Projekten in Spanien und Italien übernimmt die Unternehmensgruppe noch früher Verantwortung für die Produktionskette sowie deren ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Sei es durch die Auswahl von Anbauflächen und Landwirten, neue Pflanzenschutzvorgaben, verstärkte Kontrollen der Erzeuger, eine schonende Ernte oder die Zusammenarbeit mit Kompetenzpartnern wie dem WWF oder den SOS Kinderdörfern weltweit, um beim Anbau von Best Alliance Erdbeeren, Paprika und Trauben auch ökologische und soziale Aspekte mit einfließen zu lassen. Die Qualitätssicherungsexperten der REWE Group beauftragen regelmäßig renommierte, unabhängige Prüfinstitute, um die Einhaltung der Vorgaben bereits im Erzeugerland zu kontrollieren. Erst danach erfolgt die Freigabe der Ware im Ursprungsland. Überschreitet ein Erzeuger oder Lieferant die Grenzwerte, so wird die Ware zunächst bis zur Klärung der Ursache gesperrt. Schwere Verstöße haben eine sofortige Auslistung oder den Ausschluss aus der Allianz zufolge.

REWE Group

Die genossenschaftliche REWE Group (REWE, toom, Penny, toom BauMarkt, ProMarkt, Atlas Reisen, DER-Reisebüros, ITS, Dertour) ist mit einem Umsatz von über 45 Mrd. Euro, 290.000 Beschäftigten und 12.700 Märkten in 15 Ländern der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland und einer der führenden europäischen Handels- und Touristikkonzerne.

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