EU-Gesundheits-Kommissar lässt BASF-Gentech-Kartoffel zu

1267532437i2180Erste Gentech-Anbauzulassung in der EU seit 1998

Gentech-Kartoffel ist für den Anbau zugelassen (Foto: pixelio/Maja Dumat)

Wien (pte/02.03.2010/13:40) - Der neue EU-Gesundheits-Kommissar John Dalli hat heute, Dienstag, die erste Gentech-Kartoffel "Amflora" in der EU zugelassen. Das ist die erste Gentech-Anbauzulassung in der EU seit 1998. Trotz Ablehnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der EU-Arzneimittelbehörde (EMEA) und der Bevölkerung, winkt die EU Kommission den gentechnisch veränderten Industrie-Erdapfel "Amflora" durch.

 

Umweltorganisationen wie GLOBAL 2000 http://www.global2000.at reagieren auf die Zulassung mit Empörung. "Der neue EU-Kommissar setzt den Pro-Gentechkurs nahtlos fort. Gegen den Willen der europäischen Bevölkerung und entgegen aller wissenschaflichen Warnungen, will uns die Kommission mit den Gentech-Pflanzen zwangsbeglücken", so Gentechnik-Experte Werner Müller im pressetext-Interview.

Verunreinigungen bei Speisekartoffel nicht ausgeschlossen

Die Amflora-Kartoffel - sie enthält ein Resistenzgen für ein Antibiotikum, darunter eines, das zu den wichtigsten Arzneimitteln gegen Tuberkulose gehört - ist vornehmlich zur Stärkeproduktion entwickelt worden. "Zwar wird die Gentech-Knolle nicht als Lebens- oder Futtermittel zugelassen. Um den deutschen Chemie-Riesen vor Haftungsansprüchen und Rückrufaktionen zu bewahren, wird jedoch eine Verschmutzung in der Lebensmittelkette von bis zu 0,9 Prozent toleriert", erklärt Müller.

Sogar zwei Wissenschaftler der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellen in der Risikobewertung fest, dass der Transfer zwar "unwahrscheinlich" sei, sollte er aber doch stattfinden, wären die Folgen "bislang unabsehbar". Man gebe zu, dass die Risikobewertung nicht ausreicht, um die Gentech-Pflanze für den Verzehr von Mensch und Tier zuzulassen und legalisiert sie dennoch, so Müller.

Nach der derzeit gültigen EU-Richtlinie 2001/18 sollen jedoch keine Resistenzgene für medizinisch relevante Antibiotika in Gentech-Pflanzen genutzt werden. Müller betont auch, dass es Kartoffel-Alternativen mit den gleichen gewünschten Stärkeeigenschaften ohne Risiko gebe. Dazu gehöre etwa die klassisch gezüchtete Kartoffel der Emsland Group und der EUROPLANT.

Österreichischer Kommissar Hahn stimmt zu

"Es ist eine sehr bedenkliche Vorstellung, die hier die neu gewählte Kommission abgibt." Jose Barroso habe um seine Wiederwahl mit dem Zugeständnis die Frage des Anbaus den Mitgliedstaaten zu überlassen, geworben. Jetzt wird seit zwölf Jahren erstmals eine Gentech-Pflanze zugelassen, ohne dass es die versprochene Lösung gibt", so Müller.

"Entsetzt sind die Umweltschützer darüber, dass der österreichische Kommissar Johannes Hahn, der die heutige Entscheidung hätte verhindern können, tatenlos blieb." Trotz des Eingeständnisses, dass es sinnvoller gewesen wäre, die Zulassung so lange aufzuschieben, bis Barroso und Dalli ihre Versprechen eingehalten haben. "Es ist ein politischer Skandal, ein vages Versprechen gegen eine fixe Gentech-Anbauzulassung zu tauschen", so Müller abschließend.

Link zur EU: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/10/222&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en (Ende)

Aussender: pressetext.austria

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