Nach ARD-Recherchen: WWF fordert strengere Gesetze gegen illegalen Handel mit Tropenholz

Frankfurt (ots) - Nach den ARD-Recherchen zum Handel mit illegalem Tropenholz in Deutschland fordert der WWF schärfere Gesetze gegen den Handel mit illegalen Hölzern und Holzprodukten. Vor allem eine strenge Nachweispflicht für Unternehmen, dass die von ihnen vertriebenen Produkte aus legalen Quellen stammen, müsse schnell kommen. Recherchen des ARD Politmagazins REPORT MAINZ unterstützt vom WWF hatten ergeben, dass Produkte aus illegal gewonnenem Tropenholz breitflächig im deutschen Handel seien. Gegen mehrere deutsche Unternehmen hat der WWF deswegen Anzeige wegen Handels mit illegalem Teakholz aus Burma erstattet.

"Die Unternehmen hier in Deutschland wissen, wie dramatisch die  Situation in den großen Waldnationen ist", so Nina Griesshammer,  Walsexpertin vom WWF Deutschland. "Unsere Firmen tragen eine  Mitverantwortung bei der Vernichtung von Urwäldern weltweit. Da nur  die wenigsten Firmen diesbezüglich ihrer Verantwortung gerecht  werden, müssen ganz klare politische und rechtliche Schranken gesetzt werden. Die aktuellen Regelungen reichen, das zeigen die Recherchen, bei weitem nicht aus".

Der WWF fordert seit langem eine strenge EU-weite Legalitätsnachweispflicht für die Unternehmen der Holzbranche. Nur eine solche Regelung könne den Handel mit Holz aus illegalen Quellen wirksam unterbinden. Eine Nachweispflicht wäre aus Sicht des WWF eines der dringensten Gesetze zum Schutz des Klimas. Fast 20 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emmissionen werden durch die Vernichtung von Wäldern verursacht. Das EU-Parlament hat einen entsprechenden Entwurf im April vorgelegt. Allerdings befürchtet der WWF, dass bei den folgenden Beratungen im Agrarministerrat wichtige Teile des Entwurfs infrage gestellt werden.

"Als einer der weltweiten Hauptimportregionen für Holz kommt Europa eine besondere Verantwortung zu", so Griesshammer. "Wir fordern Bundesagrarministerin Aigner auf, sich auf der Sitzung des EU-Agrarministerrats Ende Juni für die strikte Umsetzung des vom Parlament verabschiedeten Entwurfs zu einzusetzen. Bislang haben wir den Eindruck, die Ministerin dränge eher darauf, die geplanten Kontrollmechanismen aufzuweichen und zahlreiche Ausnahmetatbestände zu erlauben".

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