Wasser: Gratwanderung zwischen Ware und Menschenrecht

20110428017Globale Lösungen nötig - Privatisierungen vergrößern Notsituationen

Trinkwasser: In vielen Ländern Mangelware (Foto: pixelio.de, Dieter Schütz)
Gießen (pte017/28.04.2011/13:30) - Nach Schätzungen des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen haben mehr als eine halbe Mrd. Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Folgen: Jährlich sterben etwa zwei Mio. Kinder an durch verschmutztes Wasser übertragene Erkrankungen. Einige Länder, wie etwa Südafrika oder Uruguay, haben ein Grundrecht auf Wasser in ihrer Verfassung verankert. Eine Garantie auf eine angemessene Wasserversorgung haben die Bevölkerungen aber nicht.

 

"Deutschland und Spanien konnten im September 2010 eine Resolution vor dem UN-Menschenrechtsrat durchsetzen, die das Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung garantiert", sagt Regina Kreide von der Universität Gießen http://uni-giessen.de im Gespräch mit pressetext. "Die gegenwärtige Wasserproblematik ist kein Schicksal, dem wir - oder korrekter: viele Menschen in Entwicklungsländern - ausgeliefert sind", sagt ihr Kollege Michael Krennerich.

Wasser als Wirtschaftsgut fraglich

Eine Unterversorgung mit dem kostbaren Nass ist meist eine politische Angelegenheit, so Krennerich weiter. Die Privatisierung der Wasserversorgung bringe keine Verbesserung und vergrößere die Notsituationen. Die Wasserproblematik brauche eine globale Lösung. Das Menschenrecht auf Wasser verneint nicht, dass Wasser auch ein Wirtschaftsgut darstelle.

"Für die Befürworter einer privatwirtschaftlichen Wasserversorgung ist Wasser längst schon zu Ware geworden", sagt Krennerich. Kritiker der Privatisierung bezweifelten, dass die Versorgung Armer lukrativ genug für private Investoren sei. Forscher vom Netzwerk "Academic Partnership for Environment and Development Innovations in Africa" an der Justus-Liebig-Universität Gießen beschäftigen sich mit der Verkaufbarkeit von Wasser.

Aussender:     pressetext.redaktion

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