Dürre und Insektenplage auf dem Dach der Welt

Zusammenstoß zwischen Bewohnern und Bergleuten in Tibet

(openPR) - Die Bewohner der Gemeinde Gyama in der Nähe von Lhasa protestieren gegen eine Bergbaufirma, die das Wasser des Gyama Flusses für ihr Bergbauprojekt ableiten will. Dazu wurden bereits Rohre über die Felder der Bauern verlegt, die diesen gewaltsam und ohne Entschädigung weggenommen wurden. Seit fast zwei Jahrzehnten werden in den Bergen von Gyama nun schon Bodenschätze abgebaut. Die in den Gyama Shingchu Fluß abgeleiteten toxischen Abfälle führten im letzten Jahr zum Tod einer großen Zahl an Rindern.

Die aufgebrauchten Dorfbewohner gingen am 20. Juni auf die Straße, wo sie mit den chinesischen Bergleuten zusammenstießen. Es kam zu einer Auseinandersetzung, und bei dem darauffolgenden Polizeieinsatz wurden drei Tibeter verwundert. Der am schwersten Verwundete mußte in ein Krankenhaus nach Lhasa gebracht werden.

Höhere Beamte von der Autonomen Region Tibet, Mitarbeiter der Bezirksverwaltung und Militärpolizisten beriefen am 21. Juni die Ortsansässigen zu einem Meeting ein. Dabei forderten die Tibeter eine sofortige Einstellung der Arbeiten zur Ableitung von Wasser und der Bergbauaktivitäten in der Gegend. Unseren Quellen zufolge hätten viele der Tibeter aus Verzweiflung sogar geweint. Nach dem Meeting verließen die chinesischen Bergleute am 21. Juni die Gegend. Die dortigen Bewohner legten sich jedoch aus Protest vor den Gebäuden der Gemeindeverwaltung auf den Boden und blockierten die Zufahrt zu dem Bergbauareal.

Für die Dorfbewohnter in dem Tal ist der Gyama Shingchu als Trinkwasserlieferant und zur Bewässerung ihrer Felder lebensnotwendig. Viele der natürlichen Quellen in der Gegend sind bereits ausgetrocknet, wodurch ihre Trinkwasserversorgung ernstlich gefährdet ist.

Gyama Shen in Meldro Gongkar ist von historischer Bedeutung, denn dort wurde der tibetische Großkönig Songtsen Gampo (617-650) geboren. In dem Tal gibt es 15 Dörfer, zwei davon sind Nomadengemeinschaften.

Insektenplage auf dem tibetischen Plateau

Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Montag, den 22. Juni, berichtete, wurde ein ca. 200 ha großes Gebiet in der TAR infolge der anhaltenden Trockenheit von einer Heuschreckenplage heimgesucht.

Wie Xinhua mitteilte, wurden nach Informationen des Nationalen Chinesischen Meteorologischen Instituts die am schlimmsten betroffenen Areale von 500 Heuschrecken pro qm befallen.

In den letzten Jahren konnte diesen Insektenplagen durch Versprühen von Pestiziden in den Wäldern und im Grasland des in Qinghai gelegenen Bereichs des tibetischen Plateaus Einhalt geboten werden, heißt es in dem Artikel.

Wie weiter berichtet wurde, traten schon früh in diesem Jahr die ersten Anzeichen von Dürre auf, so daß auf einer Ackerfläche von 16.666 Setzlingen 30% davon zugrunde gingen.

In dem Artikel wurde auch die Zeitung Tibet Daily zitiert, der zufolge 26.667 ha in der südosttibetischen Präfektur Shannan (tib. Lhoka) von der Dürre betroffen seien.

Letzten Samstag gaben die Behörden bekannt, daß die Region unter der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren leide.

Quelle: DIIR, www.tibet.net, www.phayul.net
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