Wirtschaftlicher Kollaps armer Länder steht unmittelbar bevor

Entwicklungsländer müssen Unterstützung ärmster Menschen wegen Wirtschaftskrise bereits kürzen

Bonn (ots) - Viele Entwicklungsländer stehen durch die globale Wirtschaftskrise unmittelbar vor dem wirtschaftlichen Abgrund und können das Überleben ärmster Bevölkerungsschichten nicht mehr sichern. Davor warnt die Millenniumkampagne der Vereinten Nationen zu Beginn des vom achten bis zehnten Juli in L'Aquila stattfindenden G8-Gipfels und fordert die Regierungschefs zur Bereitstellung der dringend benötigten Finanzmittel auf.

Nach Angaben der Afrikanischen Entwicklungsbank gehen Staaten wie Kenia oder der Demokratischen Republik Kongo in den nächsten Wochen die ausländischen Reserven aus, um der Bevölkerung überlebenswichtige Güter bereitzustellen. Länder wie Laos, Senegal oder Kap Verde mussten bereits Ausgaben kürzen, die sonst in die dringend notwendige Armutsbekämpfung fließen.

In den vergangenen 12 Monaten haben die Industrienationen 18 Billionen US Dollar für die Unterstützung des Finanzsektors ausgegeben - neunmal mehr, als die gesamten Ausgaben der weltweiten Entwicklungshilfe der letzten 49 Jahre. Experten schätzen, dass durch die Finanzkrise die Ausgaben für Entwicklungshilfe und die Umsetzung der Millenniumsziele um weitere 200 Milliarden US Dollar sinken werden.

"Die G8-Regierungschefs dürfen den Ärmsten der Welt nicht den Rücken zukehren, sondern müssen ihre Zusagen einhalten und außerdem zusätzliche Mittel bereitstellen," fordert Dr. Renée Ernst, Leiterin der UN-Millenniumkampagne in Deutschland. Die UN-Kampagne dränge die Geberstaaten, einen Zeitplan zur Einhaltung ihrer Hilfszusagen zu veröffentlichen, Hilfe nicht an Bedingungen zu knüpfen und schädliche Agrarexportsubventionen abzuschaffen.

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