Außerdem wollen die Staats- und Regierungschefs mit Investitionszuschüssen ausgerechnet den Bau klimaschädlicher
Kohlekraftwerke in Europa subventionieren. Dies blockiere aus Sicht des NABU den gleichzeitig beschlossenen Ausbau erneuerbarer Energien. "In vielen osteuropäischen Ländern werden sich die großen deutschen Stromkonzerne eine goldene Nase verdienen, weil sie weiterhin von den verschenkten Zertifikaten für ihre Kohlekraftwerke profitieren. Dabei
würde das Geld dringend für Maßnahmen im Klima- und Naturschutz gebraucht", so Tschimpke.
Um den globalen Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad zu begrenzen und damit gefährliche Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur zu stoppen, hätte sich Europa dazu verpflichten müssen, bis 2020 mindestens 30 Prozent seiner Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 zu vermeiden. Stattdessen verschafften sich die EU-Mitgliedsstaaten die Möglichkeit, ihre eigene Klimabilanz zur Hälfte durch Projekte in Entwicklungsländern schön zu rechnen. Mit dieser Ausweichstrategie dürfe Europa nicht zum Modell für ein neues Weltklimaabkommen werden.
"Die EU-Regierungschefs haben die Erwartungen der internationalen Staatengemeinschaft auf der Weltklimakonferenz in Posen massiv enttäuscht. Statt beim Klimaschutz voranzuschreiten, wird Europa künftig hinterher hecheln", so der NABU-Präsident.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
12.12.2008 - 14:31 Uhr, NABU
